Archiv

Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 04.11.2012

Aufrüsten ist für Tiroler kein Thema

Der FC Kufstein surft in der Westliga weiter locker auf der Erfolgswelle. Wattens ist seit sieben Partien ungeschlagen und plant die Aufholjagd im Frühjahr. Beide Klubs halten sich am Transfermarkt aber zurück.

drucken

Von Wolfgang Müller

Innsbruck – So sehr sich der FC Kufstein auch ins Zeug legt, an der Tabellenspitze steht der FC Liefering. Der Salzburger Titelfavorit verteidigte mit einem 3:0-Heimsieg gegen die von Michael Baur trainierten Anifer die Tabellenführung, wobei der nach der Halbzeit eingewechselte Ex-Wacker-Stürmer Andi Bammer alle drei Treffer erzielte. Weil Red Bull unbedingt mit einem Klub in der zweitklassigen Ersten Liga vertreten sein will, wird beim Satellitenklub auch entsprechend nachgelegt werden. Womit für Robert Auer, dem sportlichen Leiter der WSG Wattens, ziemlich klar ist, „dass Liefering im Frühjahr zum Titel durchmarschieren wird“.

FC Kufstein: 5:0 gegen Andelsbuch, 13. Saisonerfolg, sechster Sieg in Serie – der Motor des FC Kufstein läuft auch Hochtouren. „Es war zwar nicht sonderlich berauschend, aber so hoch gewinnen muss man auch erst“, meinte Thomas Silberberger nach dem Heimsieg gegen den Nachzügler aus Vorarlberg. Dass die Festungsstädter als erster Verfolger des von den Red-Bull-Euros gepushten FC Liefering neun Punkte vor dem Tiroler Erzrivalen Wattens liegen, lässt den FCK-Coach ziemlich kalt: „Darauf schau‘ ich gar nicht so. Wichtig ist, dass wir in der Spur bleiben und im letzten Spiel in Anif die Siegesserie ausbauen. Dann hätten wir 43 Punkte. Das wären mehr als Wattens vor einem Jahr – und da wurden sie ja bekanntlich Meister.“ Überlegungen, die Mannschaft im Winter zu verstärken, wird eine klare Absage erteilt. „Für uns kein Thema. Wir haben lange gebraucht, diese Mannschaft aufzubauen. Da bringen wir jetzt nichts durcheinander. Wir bleiben unserer Linie treu“, so Silberberger. Daran ändert die Ansage von Liefering nichts – der Tabellenführer will seinen ohnehin starken Kader im Winter mit zwei Hochkarätern aufstocken.

WSG Wattens: 3:1 gegen Hard, dritter Sieg in Folge, seit sieben Spielen ungeschlagen – die Wattener geben sich noch nicht geschlagen. „Wir werden das Zünglein an der Meisterwaage spielen“, kündigte Robert Auer schon an. Dass man im Moment doch deutlich hinter Kufstein die dritte Fußballgeige im Land spielt, sieht der sportliche Leiter nicht dramatisch: „Im Gegenteil. Ich bin froh, dass ein Tiroler Klub ganz oben mitmischt. Die Kufsteiner werden die Spitzenklubs einige Punkte kosten, was uns auch noch zugutekommen kann. Wir waren die vergangenen Jahre durch Erfolge verwöhnt. Dazu kam auch das unglaubliche Verletzungspech.“ Aufrüsten im Winter ist auch für Auer kein Thema. „Wenn unsere Verletzten wieder fit sind, greifen wir im Frühjahr voll an.“ Nach dem Wechsel von Roland Kirchler zum FC Wacker wird in der Winterpause die Trainerfrage bei der Werkssportgemeinschaft zu beantworten sein.

FC Wacker Amateure: 1:1 in Seekirchen – „zwei verschenkte Punkte, weil wir einen Sitzer in der Schlussphase und in der Nachspielzeit auch noch einen Elfmeter vergaben“, ärgerte sich Werner Löberbauer über das Remis bei den abstiegsbedrohten Salzburgern.

Die bisherige Bilanz bezeichnet der Amateure-Coach, der bekanntlich einige Tage die Profis betreute, als „durchwachsen“: „Es hätte mehr sein können.“ Und zur Entwicklung junger Rohdiamanten, die vielleicht einmal in der Bundesliga landen sollen? „Darüber werde ich mich mit Roli Kirchler noch ausgiebig unterhalten. Mit Andi Kuen und Sascha Wörgetter trainieren ohnehin schon zwei sehr Junge regelmäßig mit dem Profikader.“

drucken