30.07.2010, 14:02  Aktualisiert: 25.02.2011, 02:00 
Leichtathletik-EM

Nur Schreibeis weiter, Pröll übt Kritik am Verband

Von vier gestarteten ÖLV-Athleten schaffte es am Freitag nur eine in die nächste Runde.
Kam als 14. in die nächste Runde: Victoria Schreibeis. Foto: gepa
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Barcelona – Als Einzige aus dem ÖLV-Quartett, das am Freitag bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona in Vorkämpfen engagiert war, ist Hürdensprinterin Victoria Schreibeis weitergekommen. Sie zog ins Halbfinale der Top-16 am Samstag ein, während Disziplinkollegin Beate Schrott nach einem Fehlstart disqualifiziert worden war. Doris Röser (200 m) und Martin Pröll (3.000 m Hindernis) schieden aus, der Oberösterreicher fühlt sich vom Verband unfair behandelt.

Mit 13,23 Sekunden lief die Niederösterreicherin Schreibeis die zweitbeste Zeit ihrer Karriere und kam gesamt auf den 14. Vorlaufrang. „Der Start war mittelmäßig, für mich aber nicht so schlecht. Am Ende musste ich mich konzentrieren und schauen, dass ich nicht zu nah an die Hürden ran komme“, erzählte die Sportwissenschaftlerin, die in einem schnellen Lauf mit der Irin Derval O‘Rourke (12,88) und der Deutschen Carolin Nytra (12,89) Fünfte wurde. Beste war die Norwegerin Christina Vukicevic mit 12,83.

Fehlstart stoppt Schrott, Gegenwind bei Röser

Opfer der seit 1. Jänner 2010 geltenden neuen Fehlstartregel war die 22-jährige Schrott geworden, schon bei der ersten vorschnellen Reaktion folgt ohne Verwarnung das sofortige Aus. „Ich habe mir noch nie so sehr gewünscht, dass ich die Zeit zurückdrehen könnte“, meinte die enttäuschte Studentin.

Mit dem Gegenwind auf der Zielgeraden nicht zurechtgekommen ist Doris Röser, die Vorarlbergerin kam in den 200-m-Vorläufen mit schwachen 24,32 Sekunden nur an die 23. Position unter 25 Teilnehmerinnen. Gesamterste wurde die Russin Anastasija Kapatschinskaja in 23,09. „Es hat sich angefühlt, als wäre ich nach der Kurve gegen eine Wand gelaufen. Das haben natürlich die kräftigeren Läuferinnen einen Vorteil. Die Zeit ist gar nichts, unter 23 wollte ich laufen“, meinte Gymnasiallehrerin Röser, die in ihrem Rennen nur Letzte wurde.

Kritische Worte gegen den Verband richtete in der Mixed Zone Pröll, der das Finale der Top-Zwölf klar verpasste. Der Oberösterreicher wurde in seinem Vorlauf Zehnter in 8:41,63 Minuten und landete gesamt auf dem 19. Rang unter 24 Teilnehmern. Schnellster war der Franzose Mahiedine Mekhissi-Benabbad in 8:27,32.

Pröll beklagte sich darüber, dass sein Trainer-Vater Manfred Pröll vom Verband nicht akkreditiert worden war. „Das ist nicht der einzige Grund für die Leistung, aber es war sicherlich nicht förderlich, denn da leidet die Motivation drunter. Mit der Wut im Bauch kommt nichts raus.“ Der Athlet glaubt, dass die Nichtberücksichtigung seines Trainers eine Reaktion darauf war, dass er dem Verband aus beruflichen Gründen für die Team-EM im Juni in Belgrad, für die Startverpflichtung galt, abgesagt hatte.

Sportdirektor Hannes Gruber erklärte auf Anfrage der APA: „Das ist nicht der Hauptgrund, aber ich kann nicht ausschließen, dass dies mitgespielt hat. Die Entscheidung hat die Sportkommission getroffen, sie wurde vom Vorstand bestätigt. Für die Team-EM gilt Startverpflichtung, sie ist ein Heiligtum.“ Der Österreichische Leichtathletik Verband (ÖLV) hat für 15 Sportler 8 Trainer in Barcelona mit. Die besten Athleten dürfen ihre Heimtrainer mitnehmen, danach gelte als Kriterium eine ausgewogene Disziplin-Aufteilung. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 30.07.2010  14:02
aktualisiert: Fr, 25.02.2011  02:00
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