05.08.2010
-

Ein Stich vor dem großen Finale

Trotz eines Insektenstichs will Inzings Ringerin Martina Kuenz zu den Jugendspielen.
Die Zeit im Krankenbett nützt Martina dazu, ihre möglichen Gegnerinnen bei der Jugend-Olympia in Singapur im Internet zu studieren. Foto: Strasser
Foto: ALL

Von Christof Strasser

Innsbruck – Es war ein brennender Schmerz im Vorfuß, den die Inzinger Ringerin Martina Kuenz (15) beim letzten Trainingslager für die Olympischen Jugendspiele (14. bis 26. August) in Neapel plötzlich verspürte. Weder ein Bruch noch eine Bänderzerrung, sondern ein Insektenstich war der Grund dafür.

„Im ersten Moment schien alles in Ordnung. Doch dann ist mein Fuß stark angeschwollen“, erinnert sich die 15-Jährige zurück. „Ich habe sofort das Krankenhaus in Neapel aufgesucht.“ Ein Besuch, der für die Inz­ingerin jedoch fatale Folgen mit sich brachte: „Es wurde mir ein Tuch mit hochkonzentriertem Ammoniak aufgelegt. Nach 20 Minuten war meine Haut verätzt.“ Ein Behandlungsfehler, dessen Folgen sich weiter verstärkten. „Mit einem Skalpell wurde mir ein Stück Haut von rund zehn Zentimetern herausgeschnitten“, hatte Kuenz bis dahin noch vollstes Vertrauen in die süditalienische Klinik.

Das Trainingslager abgebrochen, fuhr Kuenz nach ihrer Rückkehr sofort an die Uni-Klinik Innsbruck, wo sie seit letztem Samstag stationär das Bett hütet und sich einer Antibiotikatherapie unterziehen muss. Auch wenn die Ärzte nicht hundert Prozent grünes Licht für einen Olympia-Start geben, Kuenz will in Singapur auf jeden Fall dabei sein. „Ich habe für die Qualifikation gekämpft, jetzt kämpfe ich für den Start“, hat Kuenz die Hoffnung nicht verloren: „Egal was passiert, ich werde am kommenden Dienstag nach Singapur fliegen und Österreich bei der Jugend-Olympiade vertreten.“

Ein Wille, der vor allem Mama Bernadette zur Stunde noch große Sorgen bereitet. „Für uns ist die Entscheidung sehr schwierig und wir haben Angst. Die Thrombosegefahr durch den langen Flug ist laut Ärzten erhöht.“ Davon will Tochter Martina allerdings nichts wissen und betont: „Ich weiß, dass ich beißen muss, aber ich will unbedingt dahin“, ist die 15-Jährige felsenfest von einer Olympiateilnahme überzeugt: „Nach den Spielen bleibt genügend Zeit, dass ich wieder gesund werde und mich erholen kann.“

Ein jugendliches Kämpferherz, das im Krankenbett auf eine Teilnahme fixiert ist. Sofern Zeit bleibt, studiert Martina Kuenz ihre möglichen Olympia-Gegnerinnen am Laptop. Weil die Tür von Zimmer Nr. vier bei vielen Besuchen auf und zu geht, ist dies aber nicht immer einfach.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 05.08.2010
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum