Graf versteht Aufregung um „Besuch bei Humanplasma“ nicht
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Die NADA lässt zur Zeit die Rechtslage im Fall Graf und anderen prüfen. Zu klären ist, ob ein Dopingversuch vorliegt. Foto: Gepa
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Wien – Die ehemalige Weltklasseleichtathletin Stephanie Graf zeigt kein Verständnis für die jüngst erhobene Forderung des Österreichischen Leichtathletik-Verbandes (ÖLV) nach der Prüfung der Einleitung eines Verfahrens der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA) wegen der von ihr eingestandenen Blutabnahme bei Humanplasma.
„Ich habe den Besuch bei Humanplasma zugegeben und ebenso wird von Humanplasma bestätigt, dass bei mir kein Blut rückgeführt wurde. Ich verstehe nicht, was das Ganze beinahe sieben Jahre nach meinem Rückzug aus dem Sport soll“, wurde Graf in einer Aussendung am Samstag zitiert.
Die Olympiazweite über 800 m von Sydney 2000 trat Anfang 2004 wenige Monate vor den Olympischen Sommerspielen in Athen überraschend zurück. Laut ihren Angaben sei ihr das im Herbst 2003 in den Räumlichkeiten von Humanplasma in Wien abgenommene Blut nicht rückgeführt worden, demnach liege ihrem Verständnis nach auch kein Dopingvergehen vor. Laut geltenden Statuten der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ist aber bereits der Versuch des Doping strafbar.
Die NADA lässt zur Zeit die Rechtslage im Fall Graf und anderen prüfen. Zu klären ist, ob ein Dopingversuch vorliegt, dieser zum damaligen Zeitpunkt strafbar war und welche Sanktionen ausgesprochen werden können. Zurzeit sind damit Juristen der NADA und der WADA beauftragt, Ergebnisse soll es in zwei Wochen geben. „Es ist mir auch nicht klar, was dabei herauskommen soll, denn nach dieser Begebenheit bin ich keinen Wettkampf mehr gelaufen und habe meine aktive Karriere beendet“, betonte die 36-jährige Kärntnerin.
Neben Graf haben sich bei Humanplasma weitere Spitzensportler, darunter mehrere österreichische Ruderer und Ex-Radprofi Bernhard Kohl Blut zur späteren Leistungssteigerung abnehmen lassen. Graf, die WM-Zweite von Edmonton 2001, betonte zum wiederholten Mal, dass sie in ihrer Karriere laufend getestet worden sei und es dabei „keinen einzigen positiven Dopingtest“ gab.
Humanplasma, das Blutabnahmen von etwas 30 Athleten im Zeitraum von 2003 bis 2006 zugegeben hat, betonte stets, dass die Infundierung des Blutes nicht in seinen Räumlichkeiten in Wien erfolgt sei. Als Blutdoping seien die Praktiken keineswegs zu verstehen, betonte das Unternehmen stets. Laut Experten ist die Rückführung der Blutkonserven, die die Ausdauerleistung verbessern und die Regeneration beschleunigen, vor allem vor und in Wettkampfphasen sinnvoll. (APA)
aktualisiert: Di, 15.02.2011 13:33



