15.07.2010, 13:32  Aktualisiert: 25.02.2011, 02:00 
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Bolt will in St. Denis Turbo zünden: „9,70 Sekunden möglich!“

Das Duell mit Landsmann Powell geht im Stade de France über die Bühne.
Will in Paris aufzeigen: Bolt. Foto: Reuters
Foto: Reuters

St. Denis/Paris – Der schnellste Mann der Welt will im Diamond-League-Meeting in St. Denis/Paris den Turbo zünden. „Ich sollte fähig sein, 9,70 Sekunden zu laufen, wenn die Bedingungen stimmen“, sagte Weltrekordler Usain Bolt vor seinem 100-m-Lauf am Freitag (21.46 Uhr) im Stade de France. Erstmals wird der 23-jährige dreimalige Olympiasieger in dieser Saison auf seinen jamaikanischen Landsmann Asafa Powell treffen. Beide stehen mit 9,82 Sekunden an der Spitze der Jahresweltbestenliste.

„Asafa ist bereit, er wartet auf mich“, meinte Bolt vor dem ersten Duell der schnellsten Sprinter in diesem Jahr. „Er hat eine hohe Konstanz in diesem Jahr bewiesen mit einer Reihe von Zeiten nahe an 9,80 Sekunden.“ Bisher steht es in diesem Zweikampf 7:1 für Bolt - nur am 22. Juli 2008 in Stockholm war Powell bisher in der Lage, seinen Dauerrivalen zu besiegen. Der vier Jahre ältere Powell musste am vergangenen Samstag in Gateshead eine Niederlage wegstecken: Er war 2/100 Sekunden langsamer als Tyson Gay (9,94 Sekunden/USA). „Es ist kein Rückschlag für mich. Ich weiß, wie gut ich drauf bin“, hatte er mit Blick auf das Duell mit Bolt betont.

Bolt fühlt sich vor seinem dritten Kurzsprint in dieser Saison, die bisher durch eine Achillessehnenreizung beeinträchtigt war, fit, aber nicht auf absolutem Top-Niveau. „Ich bin noch nicht auf dem Höhepunkt meiner Möglichkeiten, liege bei 80 Prozent meines Leistungsvermögens“, sagte Bolt. Er könne weiter keine Kurven laufen und in den kommenden Wochen kein entsprechendes Kurven-Training machen.

„Deshalb werde ich in dieser Saison keine 200 Meter mehr laufen“, sagte der Sprint-Superstar. Über 100 Meter habe er überhaupt keine Probleme mehr mit der Achillessehne. „Dennoch werde ich weiter vorsichtig bleiben. Der Arzt hat mir erklärt, dass ich in zwei, drei Wochen wieder bei 100 Prozent sein werde“, berichtete Bolt.

Im Windschatten von Bolt und Powell will der schnellste „weiße Sprinter der Welt“ so gut wie möglich mithalten. „Es geht nicht um die Hautfarbe, sondern einzig um das Können, die 100 Meter in weniger als zehn Sekunden zu laufen“, sagte der Franzose Christophe Lemaitre, der am vergangenen Freitag 9,98 Sekunden gerannt war. Bolt hat ihn im Club der Neun-Sekunden-Renner schon willkommen geheißen: „Er gehört nun zu den großen Jungs. Ich werde ein Auge auf ihn haben.“

Eine wirkliche Gefahr für Bolt, Powell und Co. ist Lemaitre, der umrahmt von den beiden Weltklasse-Flitzern auf Bahn 5 laufen wird, nicht. „Nach den 9,98 Sekunden ist es noch ein langer Weg bis zur Weltspitze“, weiß der 20-Jährige aus Aix-les-Bains, der aber Reserven in sich spürt. „Ich bin längst nicht perfekt. In absehbarer Zeit wären 9,92 Sekunden eine Zeit, die ich erreichen kann“, gab der Franzose zu Protokoll.

Für ihn ist das Rennen an der Seine mit Bolt und Powell ein Härtetest für die Europameisterschaft in Barcelona (26. Juli bis 1. August). Dort wird der frühere Doping-Sünder Dwain Chambers (GBR) sein Hauptkonkurrent sein wird. „Ich möchte eine Medaille oder vielleicht einen Titel holen“, sagte Lemaitre. (APA/dpa)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Do, 15.07.2010  13:32
aktualisiert: Fr, 25.02.2011  02:00
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