Marokko feierte gestern die erste Winter-Medaille
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Marokkanischer Sieger mit kanadischen Wurzeln: Der 16-jährige Adam Lamhamedi ließ seiner Freude nach dem gestrigen Sieg im Super-G sogleich freien Lauf.Foto: Julia Hammerle
Foto: TT/Julia Hammerle
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Igls – Da gibt es nun einen einzigen Marokkaner bei den ersten Olympischen Jugend-Winterspielen in Innsbruck. Und dann kommt der ausgerechnet aus dem verschneiten Kanada. Die Rede ist von Adam Lamhamedi. Der 16-Jährige, seit gestern Marokkos Premieren-Olympiasieger auf der verschneiten alpinen Skipiste, sicherte sich im Super-G am Patscherkofel mit 1:04,45 Minuten Olympia-Gold. „Das zeigt, dass man im Leben alles machen kann, was man will, und man niemals aufgeben darf“, gab der überschwängliche Jungspund freudig zum Besten.
Erst im Juli des vergangenen Jahres kehrte der in Kanada geborene Lamhamedi dem Land mit dem Ahornblatt den Rücken und entschied sich, für die Heimat seines Vaters zu starten. Im Training setzt der Skirennläufer aber nach wie vor auf die Hilfe seiner kanadischen Freunde. „Das ist eine persönliche Entscheidung. Ich wollte beweisen, dass Marokkaner gut Ski fahren können. Heute ist mir das gelungen.“
Lamhamedis Vater wurde in Marokko geboren. Verwandte und Freunde des 16-Jährigen reisten aus Marokko, Frankreich und Kanada an, um ihn mit seinen Eltern im Zieleinlauf anzufeuern.
Nicht weit von den jubelnden Afrikanern und Kanadiern entfernt schüttelt Estelle Alphand gerade ihren Kopf. Nein, erklärt die 16-jährige Französin, der Papa sei leider nicht hier. „Kann er ja nicht, wenn er gerade bei der Rallye Dakar fährt“, lächelt Alphand mit ihrer Zahnspange am Fuße des Patscherkofels.
Ja, es geht um Papa Luc, der als ehemaliger Abfahrtsstar die Skier schon längst in die Ecke gestellt hat und von der verschneiten Piste auf Sand gewechselt ist. Derzeit rast der 46-Jährige beim Motorsportklassiker durch die argentinische Wüste. Aber – der Tochter sei Dank – hält zumindest ein Familienmitglied die Skitradition aufrecht: Estelle holte sich im gestrigen Super-G die olympische Goldmedaille, die dem Papa verwehrt blieb: Er gewann er lediglich WM-Bronze in der Abfahrt (1996 in der Sierra Nevada/ESP). (rost)

