Winter-Jugendspiele geben ab heute Gas
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Wenn heute das olympische Feuer das dritte Mal in Innsbruck lodert, tanzen die Flammen nach dem Willen von Oswald Birkl, Ewald Augsten und Johannes Mikesch (v. l.). Fotos: Mair
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Von Christoph Mair
Innsbruck – 12.000 Liter Flüssiggas warten bei minus 40 Grad in drei Stahltanks am Bergisel darauf, den 15.000 Besuchern der heutigen Eröffnungsfeier der ersten Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG) den magischen Moment zu bescheren, wenn das olympische Feuer in drei Schalen entzündet wird. Die Herren der Flammen sind Mitarbeiter der Firma Tyczka aus Thaur, die für die Gastechnik verantwortlich ist. Geschäftsführer Oswald Birkl und sein Team fiebern der Eröffnung entgegen, ihre Stunde dürfte eher gegen Ende der Feier (17.30–20 Uhr) schlagen. Wenn die noch geheimen Fackelträger das Feuer entzünden, wird in einer Stunde ungefähr der Jahresgasverbrauch eines Einfamilienhauses (ca. 1600 Liter) verbrannt. Deshalb werden die großen Flammen auch nur während der Eröffnung lodern. Von den Besuchern unentdeckt, werden drei speziell geschulte Tyczka-Mitarbeiter in Schutzausrüstung die Gasventile steuern – abhängig von Witterung und Temperatur, die ständig gemessen wird.
Die Gasversorgung für das olympische Feuer ist also geklärt, wesentlich nebulöser geben sich die YOG-Organisatoren, was den Ablauf der heutigen Eröffnungsfeier betrifft. Cheforganisator Gerhard Lanz verriet nur, dass es eine sehr „jugendlich orientierte Show“ sein werde, an der rund 1350 Personen – von den Darstellern über die Technik und Securitys bis zum Transportwesen – beteiligt sein werden. „90 Prozent davon sind Freiwillige und Schüler“, betonte Lanz. Auch zu den Kosten der Eröffnungsfeier schweigt YOG-Chef Peter Bayer. Es werde aber keinen „Gigantismus“ wie bei regulären Olympischen Spielen oder den ersten Sommer-Jugendspielen in Singapur geben, wo allein die Eröffnungszeremonie das gekostet habe, was in Innsbruck die ganzen Spiele ausmachen dürfen, also rund 23,7 Mio. Euro. Die Besucher im Bergiselstadion soll heute eine „familiäre Atmosphäre“ erwarten, versprachen die Organisatoren.
Unter sich bleiben werden wohl auch die zahlreichen Prominenten, die sich angekündigt haben. Österreichs Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Werner Faymann werden etlichen Standeskollegen und gekrönten Häuptern die Hand schütteln dürfen. Auf der Liste stehen der ungarische Staatspräsident, der russische Vizepremier, der niederländische Thronfolger Willem-Alexander und Fürst Albert von Monaco. Auch Mitglieder von Königshäusern und Regierungen aus dem Nahen Osten sollen dabei sein. Die „olympische Familie“ wird IOC-Präsident Jacques Rogge anführen. Spekuliert werden darf auch noch, ob Eishockey-Star und YOG-Botschafter Sidney Crosby den Startschuss zu den ersten Jugend-Winterspielen geben wird.
Wer als Nicht-Promi Karten für die Eröffnungsfeier hat, dem empfehlen die Organisatoren eine möglichst frühe Anreise, am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und/oder zu Fuß, denn rund um das Bergiselstadion gibt es keine Parkplätze, Autos sollten zum dez ausweichen. Außerdem kommt es zu zeitweiligen Straßensperren. Busse und Bahn in Tirol werden ebenso wie die Tramlinien 1 und die Stubaitalbahn in Innsbruck bei Bedarf verstärkt.
Nicht nur für den heutigen olympischen Auftakt, auch für die Sportbewerbe sei alles bereit, berichtete ein sichtlich erleichterter YOG-Sportchef Werner Margreiter gestern der Presse. Zwar hätten die Schneemassen und die damit verbundenen Straßensperren der jüngsten Vergangenheit die 1400 Freiwilligen und 500 Bundesheersoldaten noch einmal leiden lassen, der Lohn für den anstrengenden Endspurt seien aber Pisten und Loipen auf Weltcupniveau.

