14.01.2012
Olympia

So kurios sind die Jugendspiele

Warum auch die goldenen Sieger „nur“ Bronzemedaillen erhalten und das ehrwürdige Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) als technischer Vorreiter gilt.
Frei von Nationalflaggen? Mitnichten. Der Wunsch von Jacques Rogge wurde nicht erfüllt. Foto: gepa
Foto: gepa

Von Florian Madl und Tobias Waidhofer

Innsbruck – Es ist so weit, die Olympischen Jugend-Winterspiele in Innsbruck, Seefeld und dem Kühtai sind seit gestern eröffnet. Damit brennt zum ersten Mal weltweit in einer Stadt zum dritten Mal das olympische Feuer. Die Tiroler Tageszeitung hat als Einstimmung für das zehntägige Sportfest sieben Kuriositäten ausgegraben.

1Technischer Vorreiter: Als erstes Olympisches Komitee weltweit hat das ÖOC eine Handy-App auf den Markt gebracht. Die „Team-Austria-App“ informiert über die neuesten Entwicklungen der Olympischen Jugend-Winterspiele und die Ergebnisse der österreichischen Athleten. Jeder Besitzer eines Smartphones kann sich die Applikation kostenlos herunterladen.

2Chatten mit USB-Stick: Neue Freunde finden und mit ihnen während der Innsbruck Olympischen Jugendspiele in Kontakt bleiben ist einfacher denn je zuvor – dank Yogger, einem USB-Stick, der es den Teilnehmenden der Jugend-Winterspiele ermöglicht, miteinander in Kontakt zu treten. Ungefähr 1600 „Yogger“, die die Funktionen eines USB-Sticks mit Social-Media-Features vereinen, werden zur Verfügung gestellt und ermöglichen es den Nutzern, sich für Workshops des Kultur- und Bildungsprogramms (CEP) anzumelden, neue Freunde zu finden und persönliche Informationen auf sicherem Weg auszutauschen.

3Fahnenmeer: Der Wunsch von IOC-Präsident Jacques Rogge, dass es bei den Jugendspielen keine Nationalflaggen und -hymnen geben soll, ging nicht in Erfüllung. Im Gegenteil: Über die Wettkampforte erstreckt sich regelrecht ein Fahnenmeer. 500 National- und Protokollfahnen werden bei den Wettkämpfen und offiziellen Feiern wehen. In dieser Sache beuge er sich der Meinung der Mehrheit, meinte Rogge.

4Neuerungen: Die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele können auch mit insgesamt 14 neuen Wettkampfformen aufwarten. Medaillen werden geschlechter- und nationenübergreifend vergeben. Besonders interessant: das Experiment bei den nordischen Sportlern. Dabei gibt es je einen Staffelwettkampf für Langläufer und Biathleten bzw. Skispringer und nordische Kombinierer. Bereits heute feiert das Damen-Skispringen sein Olympia-Debüt.

5Solidarität: In Kärnten ist diese mit Tirol eingeschränkt: „Unsere Priorität ist der Wörthersee und nicht Innsbruck“, erklärt Irina Tschuden, Tourismusbüro Velden zur Bewerbung der Olympischen Jugendspiele.

6Kein Erbe: IOC-Präsident Rogge betonte gestern bei einer Pressekonferenz in Innsbruck, dass er die von seiner Person stets stark geförderte Jugendspiel-Idee nicht als Erbe seiner im kommenden Jahr endenden Amtszeit erachtet. „Ich sehe es nicht als Vermächtnis, sondern als Vision, die weitergeführt wird. Vermächtnisse werden von Toten hinterlassen, ich habe es aber nicht eilig“, scherzte der 69-Jährige.

7Alles Bronze: Wer dachte, Sieger könnten sich bei den Jugend-Winterspielen eine Goldmedaille abholen, der irrt. Alle Medaillen, also auch die der Erst- und Zweitplatzierten sind aus Bronze. Sie sind lediglich mit Silber bzw. Gold überzogen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 14.01.2012
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