14.01.2012, 14:58  Aktualisiert: 14.01.2012, 15:11 
YOG 2012

Erst „Sch...“-Versprecher, dann eroberte Tirolerin Ager Bronze

Den Super G der Burschen gewann ein Marokkaner. Die ÖSV-Skispringer gingen leer aus.
Christina Ager (r.) eroberte hinter Estelle Alphand (FRA/M.) und Nora Grieg Christensen (NOR) Bronze.
Foto: TT/Julia Hammerle

Innsbruck/Seefeld – Skirennläuferin Christina Ager aus St. Johann hat am Samstag gleich in der allerersten Medaillenentscheidung der Olympischen Jugend-Winterspielpremiere in Innsbruck Bronze im Super-G geholt. Ihre Teamkollegin Martina Rettenwender wurde Fünfte. Nichts mit den Medaillenentscheidungen zu tun hatten hingegen Mathias Graf (10.) und Marco Schwarz (ausgeschieden) im von einem Marokkaner gewonnenen Super-G, die Skispringer Elias Tollinger (7.) und Michaela Kranzl (13.) sowie Eisschnellläufer Thomas Petutschnigg (13).

Gold für Alphand-Tochter

Der Tirolerin Ager fehlten am geschichtsträchtigen Innsbrucker Olympiaberg 0,28 Sekunden auf Siegerin Estelle Alphand aus Frankreich. Darüber und auch ihren Faux-pas bei der Eröffnungsfeier, sie war beim Olympia-Eid ins Stocken geraten und hatte diesen nach einem Schimpfwort schließlich vom Blatt abgelesen, ärgerte sie sich aber keineswegs. „Ich habe trotzdem gut geschlafen, ich habe noch nie vor so vielen Menschen gesprochen. So ein Fehler passiert, das ist nicht so schlimm. Ich genieße jetzt die Medaille. Es ist toll, hier Olympialuft zu schnuppern“, erklärte Ager.

Alphand, die Tochter des ehemaligen Weltklasseabfahrers Luc Alphand, sicherte sich eine hundertstel Sekunde vor der Norwegerin Nora Grieg Christensen das erste Jugendspiel-Gold der Geschichte. Michael Walchhofers Nichte Rettenwender wurde lediglich 4/100 hinter Ager Fünfte.

Favoriten scheiterten an Schlüsselstelle

Bei den Burschen scheiterten etliche Favoriten an der Schlüsselstelle des Kurses, einem Hochgeschwindigkeitssprung. Der Sieg bei stetig schlechter werdenden Pistenverhältnissen ging an den in Kanada lebenden Marokkaner Adam Lamhamedi. Er setzte sich knapp vor dem Schweden Fredrik Bauer (+ 0,12 Sek.) und dem Andorraner Joan Verdu Sanchez (0,20) durch. Der Vorarlberger Mathias Graf wurde 1,17 Sekunden zurück Zehnter, der Kärntner Marco Schwarz schied aus.

Gemischte Gefühle bei den Eishockey-Teams

In Seefeld sprangen die Österreicher deutlich an den Podestplätzen vorbei. Tollinger lag nach einem Satz auf 74 Meter nach dem ersten Durchgang als Fünfter noch in Lauerstellung auf Edelmetall. Doch nach 71,0 m im zweiten fiel der Tiroler vor rund 3.000 Zuschauern noch auf Rang sieben zurück. Der Slowene Anze Lanisek eroberte mit zweimaliger Höchstweite (79,0 und 81,0 m) klar vor Mats Berggaard (NOR) und Yukiya Sato (JPN) den Titel.

Die Oberösterreicherin Kranzl wurde im lediglich 14 Mädchen umfassenden Teilnehmerfeld Vorletzte. Vor den Augen von IOC-Präsident Jacques Rogge holte die überlegene Japanerin Sara Takanashi das historische erste Damen-Skisprung-Gold in der Olympia-Geschichte. Sie siegte vor Katharina Althaus (GER) und Ursa Bogataj (SLO).

In der Olympiaworld Innsbruck wurde Eisschnellläufer Petuschnigg über 500 m unter 15 Teilnehmern lediglich 13. Für die rot-weiß-roten Eishockey-Teams gab es wie am Vortag einen Sieg und eine Niederlage. Die Mädchen gewannen gegen Kasachstan 8:1, die Burschen gingen mit dem 2:7 gegen die USA zum zweiten Mal als Verlierer vom Eis. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Sa, 14.01.2012  14:58
aktualisiert: Sa, 14.01.2012  15:11
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