„Fühle mich Tirol sehr nah“
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Fürst Albert ist begeisterter Bobfahrer und vertrat Monaco fünfmal bei Olympischen Spielen, zuletzt 2002 in Salt Lake City.Foto: gepa
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Fürst Albert, Sie sind oft und gerne in Tirol. Was verbinden Sie mit unserem Land?
Fürst Albert: Tirol ist ein wunderbarer Teil Österreichs, Europas und der Welt. Die Gastfreundschaft ist riesig. Hier habe ich mich, wie überhaupt überall in Österreich, immer sehr wohl gefühlt. Ich komme jetzt seit über 20 Jahren nach Tirol, hauptsächlich für den Bobsport, aber auch zum Skifahren, und ich habe in dieser Zeit viele Freunde gefunden, die ich immer wieder besuche. Tirol und Innsbruck fühle ich mich sehr nah. Die Kulisse ist traumhaft, und für die ersten Olympischen Jugend-Winterspiele könnte es keine bessere Stadt als Innsbruck geben, um Athleten aus aller Welt zu empfangen – eine Stadt, die schon zweimal Olympische Spiele ausgetragen hat.
Immer wieder werden Olympische Spiele an Staaten vergeben, die nicht westlich-demokratischen Standards entsprechen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC), dessen Mitglied Sie ja auch sind, enthält sich aber politischer Aussagen. Wäre es nicht angebracht, politische Probleme gerade in diesem Zusammenhang aufzugreifen und zu thematisieren?
Fürst Albert: Es hängt davon ab, wer sich bewirbt. Für die nächsten Jugend-Winterspiele z. B. gab es mit Lillehammer nur einen Kandidaten. Bei den Sommerspielen fiel die Wahl auf Nanjing in China. Man kann das unterschiedlich sehen. Ein Großereignis kann Ländern mit politischer Instabilität oder anderen Problemen manchmal bei einem Wandel in der Gesellschaft helfen. Es ist auch Aufgabe des IOC, dass durch die Austragung von Olympischen Spielen Chancen geschaffen werden, wenngleich das nicht der Hauptzweck des IOC ist. Primär ist es verantwortlich dafür, dass die Austragung der Spiele, das Zusammentreffen von Menschen aus aller Welt gut und sicher über die Bühne gehen.
Wenn das gelingt, wenn Länder das schaffen, ist das die Idee von Pierre de Coubertin (Vater der Olympischen Spiele der Neuzeit, Anm.). Olympische Spiele sind nicht Eigentum eines Landes oder einer Stadt. Jeder Ort auf Welt hat theoretisch die Möglichkeit, sich darum zu bewerben.
Wie lässt sich aus Ihrer Sicht Innsbruck 2012 mit anderen großen Sportveranstaltungen vergleichen? Wie steht Innsbruck in diesem Vergleich da?
Fürst Albert: Sehr gut. Innsbruck 2012 hat zwar nicht die gleiche Größe und ein kleineres Budget als reguläre Olympische Spiele. Aber es ist die erste Ausgabe der Jugend-Winterspiele, und die sollen und dürfen nicht nur eine Kopie von traditionellen Spielen für Erwachsene sein. Es sind Olympische Spiele für junge Leute, wo diese auch Platz haben sollen zusammenzuwirken und Zeit, um voneinander und übereinander zu lernen. Sie sollen auch mit den Werten der olympischen Bewegung vertraut werden. Diese Interaktionen werden ihnen nicht nur im Sport, sondern auch im täglichen Leben helfen. Deshalb sollen Jugendspiele nicht nur als kleine Ausgabe Olympischer Spiele gesehen werden. Es ist eine andere Art zu feiern. Es sind zwar ernsthafte Wettkämpfe, aber eben auch ein Platz für junge Athleten aus der ganzen Welt, um zusammenzukommen und davon zu profitieren.
Sie sind seit Juli verheiratet. Wie hat sich Ihr Leben seither verändert?
Fürst Albert: Es hat sich gar nicht so stark verändert, weil wir ja schon länger zusammengelebt haben. Es ist jetzt offizieller und wir machen auch mehr offizielle Termine zusammen. Man muss auch lernen, täglich unter einem Dach zu leben. Das ist wie für andere Ehepaare nicht immer leicht, aber es läuft alles sehr gut.
Wie lange sind Sie in Österreich? Schauen Sie auch in Kitzbühel vorbei?
Fürst Albert: Leider nicht. Ich muss morgen (Sonntag, Anm.) nach Hause fahren. Aber ich werde nächste Woche zurückkommen und mir den Bobbewerb ansehen.
Das Gespräch führte Christoph Mair



