Ganz der berühmte Papa
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Martina Rettenwender (l.), Nichte von Michael Walchhofer. Estelle Alphand (r.) mit Vater Luc.Fotos: gepa
Foto: gepa
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Von Roman Stelzl
Innsbruck – Manch einem Zuschauer lief es dieser Tage eiskalt den Rücken hinunter, als der Moderator ein „Alphand liegt in Führung“ über den Fuß des Patscherkofels jagte. Was im ersten Moment wie eine Reise zurück zu den Erfolgsstunden von Ski-alpin-Legende Luc klingt, ist in Wahrheit aber eine Reise nach vorne. Zur Geburtsstunde eines neuen Stars, der nächsten Generation an Skirennläufern. Und zur 15-jährigen Estelle – der Tochter des französischen Abfahrtskönigs.
„Ich habe mit zwei Jahren mit Skifahren angefangen. Papa hat mich dabei immer unterstützt“, murmelt Estelle nach ihrem Triumph beim Super-G der Olympischen Jugendspiele in Igls. Sie wird kurz verlegen. Es ist ihr sichtlich unangenehm, als Tochter, nicht als Skirennläuferin betrachtet zu werden.
Ähnlich geht es Martina Rettenwender, Nichte von ÖSV-Star Michael Walchhofer. „Ich bin eine eigenständige Persönlichkeit“, meinte die 16-jährige Team-Olympiasiegerin aus Salzburg zuletzt trotzig. Rettenwender und Alphand sind erfolgreiche Beispiele einer langen Liste.
Nina Prock, 16-jähriges Rodeltalent aus Mieders, kommt keine zwei geschriebenen Zeilen ohne den Verweis auf Vater Markus, Österreichs Rodel-Legende, aus. Den Vergleich scheute sie zuletzt nach Rang vier im Olympia-Einsitzerbewerb. Ian Gut aus der Schweiz, 16, eifert noch seiner Schwester Lara nach, die mit eigenwilligen Eskapaden im Skisport die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Doch egal ob Prock, Alphand oder Gut: Um den berühmten Namen der Verwandten abzuschütteln, wird es entweder noch einige Zeit brauchen. Oder es wird nie gelingen.

