Evans vor Toursieg - Schlecks verspielten Führung im Zeitfahren
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Hängte in Grenoble seine Konkurrenz ab: Evans.
Foto: AP
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Grenoble – Der Australier Cadel Evans hat die Luxemburger Brüder Andy und Fränk Schleck im entscheidenden Einzelzeitfahren der Tour de France in Grenoble noch abgefangen und steht vor der abschließenden „Friedensfahrt“ am Sonntag nach Paris unmittelbar vor seinem ersten Gesamtsieg in der Frankreich-Rundfahrt. Der 34-jährige Ex-Weltmeister belegte am Samstag im Kampf gegen die Uhr knapp hinter dem Deutschen Tony Martin Platz zwei. Die Schleck-Brüder büßten indes rund dreieinhalb Minuten auf Evans ein und müssen sich neuerlich mit den Ehrenplätzen zufriedengegeben.
Zum dritten Mal Zweiter
Während BMC-Profi Evans nach zweiten Rängen 2007 und 2008 erstmals triumphieren wird, hat der vor dem Zeitfahren noch vorangelegene Andy Schleck zum dritten Mal infolge als Zweiter das Nachsehen. Die Stärke der Bruderpaares in den Bergen reichte wieder nicht ganz aus, zu viel Zeit verloren sie im Zeitfahren. Den Luxemburgern aus dem Leopard-Rennstall fehlen vor dem Schlussabschnitt 1:34 bzw. 2:30 Minuten auf den Australier.
Evans wollte sich aber noch nicht zum bevorstehenden Tour-Triumph äußern, bedankte sich stattdessen bei seinem heuer verstorbenen langjährigen Trainer Aldo Sassi. „Es ist soviel passiert in den letzten zehn Jahren, das macht das Ganze jetzt umso schöner. Wir sind immer noch nicht in Paris, es kann immer noch was passieren. Heute habe ich alles so gemacht, wie ich es mir vorgestellt habe. Es hat funktioniert“, erklärte der ehemalige Mountainbiker, der 2001 zum Straßenradsport gewechselt war. In jenem Jahr feierte er bei der Österreich-Rundfahrt gleich seinen ersten Erfolg und gewann die Ö-Tour 2004 ein weiteres Mal.
Contador ganz bescheiden
Hinter dem bis zum Freitag im Gelben Trikot gefahrenen Franzosen Thomas Voeckler wurde Titelverteidiger Alberto Contador diesmal lediglich Fünfter. „Ich bin ganz zufrieden, ich habe ein gutes Zeitfahren abgeliefert. Natürlich wäre es gut, wenn ich auf das Podium gefahren wäre, aber man kann nicht immer so erfolgreich sein“, sagte der im Zeitfahren drittplatzierte Spanier.
Der dreifache Toursieger hatte bei einem Massensturz auf der ersten Etappe viel Zeit verloren und sich am Knie verletzt. „Ich habe mich von Tag zu Tag besser gefühlt, aber es hat nicht gereicht. Cadel ist der Stärkste im Feld gewesen“, meinte Contador, dessen Tour-Sieg 2010 noch vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) Anfang August wegen einer positiven Dopingprobe noch aberkannt werden könnte.
Während der Träger des Gelben Trikots auf der Schlussetappe nicht mehr angegriffen wird, geht es für die Sprinter noch um viel. Der Österreicher Bernhard Eisel kämpft auf dem 95 Kilometer langen Abschnitt um die erfolgreiche Verteidigung des Grünen Trikots seines Teamkollegen Mark Cavendish. (APA)
Ergebnisse 98. Tour de France vom Samstag: 20. Etappe (Einzelzeitfahren Grenoble - Grenoble/42,5 km):
1. Tony Martin (GER) HTC-Highroad 55:33 Minuten (45,9 km/h) - 2. Cadel Evans (AUS) BMC +0:06 Minuten - 3. Alberto Contador (ESP) 1:05 - 4. Thomas de Gendt (BEL) Vacansoleil 1:28 - 5. Richie Porte (AUS) Saxo Bank 1:30 - 6. Jean-Christophe Peraud (FRA) AG2R 1:32 - 7. Samuel Sanchez (ESP) Euskaltel 1:36 - 8. Fabian Cancellara (SUI) Leopard-Trek 1:42 - 9. Peter Velits (SVK) HTC-Highroad 2:02 - 10. Rein Taaramä (EST) Cofidis 2:03 - 11. Tom Danielson (USA) Garmin 2:07. Weiter: 13. Thomas Voeckler (FRA) Europcar 2:13 - 16. Andy Schleck (LUX) Leopard-Trek 2:37 - 20. Fränk Schleck (LUX) Leopard-Trek 2:40 - 31. Damiano Cunego (ITA) Lampre 3:38 - 34. Ivan Basso (ITA) Liquigas 3:46 - 150. Bernhard Eisel (AUT) HTC-Highroad 8:11.
Gesamtwertung vor der letzten Etappe:
1. Evans 83:45:20 - 2. Andy Schleck 1:34 Minuten zurück - 3. Fränk Schleck 2:30 - 4. Voeckler 3:20 - 5. Contador 3:57 - 6. Samuel Sanchez 4:55 - 7. Cunego 6:06 - 8. Basso 7:23 - 9. Danielson 8:15 - 10. Peraud 10:11. Weiter: 161. Eisel 3:39:09. 167 klassiert.
aktualisiert: Sa, 23.07.2011 18:31



