28.08.2011
Mix

Der „Ötztaler“ zeigte Ullrich den Weg aus der Sackgasse

Jan Ullrich (37), einer der größten Radrennfahrer aller Zeiten, nimmt heute erstmals den Ötztaler Radmarathon in Angriff. Start: 6.45 Uhr, Sölden.
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Ötztaler Radmarathon Sperren, Zeiten, Startnummern

Straßensperren: Sölden – Oetz6.15 bis 8.15 Oetz – Kühtai 7–9 Kühtai – Kematen7–10.15 Bergisel – Brenn. 8.45–10.45 Matrei – Brenner 9.20–11.45 Stein. – Brenner 9.50–11.55 Brenner – Sterzing 9.50–12.35 Sterzing – Brenner 9.40–13.05 Gasteig – Jaufen 10.00–14.30 Jaufen – St. L. 10.45–15.15 Timmelsj. – St. L. 11.30–17.00 Timmelsj. – Oberg. 11–19.30 Obergurgl – Sölden 13–19.30 Das Timmelsjoch ist in der Zeit von 19.30 bis 21.30 Uhr wieder geöffnet.

Durchfahrtszeiten (Spitze/Schluss): Sölden6.45 Uhr/7 Uhr Längenfeld6.59/7.26 Umhausen 7.10/7.42 Oetz 7.19/7.55 Kühtai 8.14/9.35 Gries i. S. 8.28/10.01 Kematen 8.50/10.14 Innsbruck 9.05/10.34 Matrei 9.40/11.44 Steinach 9.50/11.54 Brenner 10.10/12.34 Sterzing 10.40/13 Jaufenpass 11.30/14.40 St. Leonhard 11.50/15.15 Timmelsjoch 13.20/19.30 Zwieselstein 13.40/20.25 Sölden 13.50/20.35

Top-Athleten (Nation und Startnummer), Herren: Corradini (ITA, 1), Dekker (NED, 2), Götsch (ITA, 3), Ludewig (GER, 38), Ullrich (GER, 295), Wörndl (GER, 296), Lindner (AUT, 1512), Engensteiner (AUT, 184), Wechselberger (AUT, 196), Steinmayr (AUT, 294), Purner (AUT, 408), Federspiel (AUT, 420), Hörtnagl (AUT, 431), Schafferer (AUT, 1180), Zini (AUT, 1399), Naglich (AUT, 3964). Damen: Van den Brande (BEL, 11), Bandini (ITA, 12), Galluci (ITA, 13), Gruber (AUT, 16), Prieling (AUT, 20), Dietl (GER, 283), Obkircher (ITA, 2463).

Von Manuel Fasser

Sölden – Vier Dutzend Journalisten, ein zappeliger und redebedürftiger Ex-Slalomweltmeister und zwei Leute vom Organisationskomitee, denen der Stolz ein breites Lächeln ins Gesicht meißelt. Nur jener, der im Zentrum des Interesses steht, sitzt gemütlich in der Hotellobby, hinter ihm knistert ein Kaminfeuer:

Jan Ullrich (37) wird heute erstmals beim Ötztaler Radmarathon starten. Das Radfahren, erzählt er bei der gestrigen Pressekonferenz in Sölden mit ruhigem Tonfall, habe ihm wieder Lebensfreude geschenkt. Nach vier Jahren ohne Sport, einer Burn-out-Erkrankung und der Suche nach seinem neuen Ich habe er sein Heil in der Vergangenheit gefunden: im Radsport. Jedoch in jenem ohne Leistungscharakter.

Gemeinsam mit Frank Wörndl (48), Slalomweltmeister von 1987 in Crans Montana, wird Ullrich die 238 Kilometer lange Schleife in Angriff nehmen. Die Idee, erzählt Wörndl, entstamme einem Jux: Er schaffe es unter acht Stunden, habe er bei Eurosport – wo er Skirennen mitkommentiert – mit einem Kollegen gewettet. Kurz darauf traf er Ullrich, den er mit seinem Vorhaben neu für den Sport begeistern konnte. „Nun stehe ich hier und habe den edelsten Edelhelfer, den man sich nur vorstellen kann.“ Und Ullrich sagt: „Ich saß vier Jahre nicht mehr auf dem Rad. Dank Frank hab‘ ich den Spaß daran wiederentdeckt. Und ich fühle mich darüberhinaus wieder fit und gut.“

Für die Crew des „Ötztalers“, sagt OK-Chef Ernst Lorenzi, sei es eine große Auszeichnung, dass Ullrich am Start stehe. Sölden, Ullrich und Wörndl verbindet eine jahrelange Urlaubsgemeinschaft. Als die beiden Deutschen Lorenzi mit dem Vorhaben konfrontierten, meinte dieser trocken, wie er ist: „Wenn jeder von euch 80 Euro Startgeld bezahlt, dürft‘s mitfahren.“

Der Start der beiden ist mehr als ein Jux: Ein knappes Dutzend Hobbysportler darf die beiden begleiten – im Rennen und drumherum. 700 Euro pro Nase ließen sich die Ullrich-Fans das Erlebnis kosten, das Geld kommt einem wohltätigen Zweck zugute.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 28.08.2011
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