29.08.2011
Mix

Der Tiroler Ötzi-Sieger radelt heute wieder in die Schule

4122 Teilnehmer gaben sich dem Mythos Ötztaler Radmarathon hin. Sieger und Pannenopfer kamen aus Tirol, der Star aus Deutschland.
Oben: Die Spitzengruppe wurde mit jedem Anstieg kleiner, am Ende hatte Stefan Kirchmair (l. mit Damen-Siegerin van den Brande und Jan Ullrich) die Nase vorne.Fotos (3): Lorenzi

Von Florian Madl

Sölden – Neun Italiener und ein Schweizer, so lange ist es her, dass zuletzt ein Tiroler den Ötztaler Radmarathon für sich entschieden hatte (Manfred Engensteiner, Rum/Sieger 2000). Gestern schloss sich der Kreis mit dem Telfer Stefan Kirchmair, einem unbekümmerten Burschen aus dem Nachwuchsrennstall Team Radland Tirol. Erst kürzlich sorgte der 22-Jährige bei der Österreich-Radrundfahrt mit frechen Attacken und Platz drei in der U 23-Wertung für Aufsehen, gestern zeigte er über die 238 km lange und über 5500 Höhenmeter führende Strecke seinen Fluchtgefährten die lange Nase und gewann als Jüngster den Radklassiker. „Alle hatten einen Helfer, ich fuhr alleine“, freute sich Kirchmair im Anschluss an seine „Ötztaler“-Premiere. Am Jaufenpass hatte sich der Polizeischüler ein Herz gefasst und fuhr zwei Minuten Vorsprung heraus. Die gab er im Finale über das Timmelsjoch bis nach Sölden nicht mehr ab, Antonio Corradinis Angriff (ITA) blieb unbelohnt.

„Der Erfolg ist gleichwertig mit jenen bei der Ö-Tour einzustufen“, sprach er den Veranstaltern ein dickes Lob aus. Lohn seines Sponsors: ein Auto. Eine große Feier wird sich für Stefan Kirchmair jedenfalls nicht ausgehen – morgen wird er in der Polizeischule Absam erwartet. Wie er den Weg von Telfs dorthin bestreitet? Mit dem Rad, keine Frage. Seine Kollegen werden ihm gratulieren, wie Jan Ullrich das tat, der Deutsche rollte in 8:12:29 Stunden vergleichsweise gemütlich ins Ziel. Der Rolle als Edelhelfer seines Freunds Frank Wörndl, Slalomweltmeister 1987, kam er bis zum Fuß des Jaufenpasses nach. Im Kühtai und am Brenner wartete der Tour-de-France-Sieger 1997 jeweils 20 Minuten, dann trennten sich die beiden. „Frank hatte schon seit gestern Magenprobleme und war nicht gut drauf.“ Eine Zeit unter acht Stunden hätte Ullrich wohl geschafft, auch sein Medienberater Falk Nier zeigte sich davon überzeugt: „7:30 Stunden wären drin gewesen.“

Acht Stunden wollte auch Helmut Wechselberger (58), einst Sieger der Tour de Suisse. Lange Zeit hielt sich der Tiroler in einer Verfolgergruppe, ehe er zwei Kilometer nach dem Jaufenpass seinen Traum von einer Spitzenzeit begraben musste. 35 Minuten wartete er nach einem Defekt bei der Abfahrt auf Material. Er blieb gelassen: „Hauptsache, es ist nichts passiert.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mo, 29.08.2011
Vorteilszone
Partyfotos
Gewinnspiele
Parship
radio.at
Unterkunftssuche
Panoramabilder
Panoramabilder
"HEISZE TASTEN"
Panoramablick
AGB Kontakt Impressum