28.08.2011, 17:43  Aktualisiert: 28.08.2011, 17:59 
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Jan Ullrich radelte beim Ötztal-Marathon für den guten Zweck

Gesamtsieger wurde ein Profi: Stefan Kirchmair (Tyrol Team), der 18. der heurigen Österreich-Rundfahrt, war rund eine Stunde schneller als Ullrich.
Der ehemalige deutsche Radsport-Star Jan Ullrich (M.) mit seinem Freund Frank Wörndl (R.) während des Ötztal-Radmarathons am Sonntag.
Foto: APA/EXPA/ Peter Rinderer
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Sölden – Jan Ullrich ist zurück aus seiner selbst gewählten, jahrelangen Isolation. Am Sonntag startete der einzige deutsche Gesamtsieger der Tour de France für einen guten Zweck beim Ötztal-Radmarathon und bekannte: „Ich fühle mich wie neu geboren. Es ist ein tolles Gefühl, wieder zurück in der großen Radsport-Familie zu sein.“

Ullrich, der eine Burnout-Erkrankung offenbar überwunden hat, war einer von rund 4.000 ambitionierten Freizeitsportlern und wurde in seiner Altersklasse als 84. (8:12:29 Stunden) gewertet. Gesamtsieger wurde ein Profi: Stefan Kirchmair (Tyrol Team), der 18. der heurigen Österreich-Rundfahrt, war rund eine Stunde schneller als Ullrich, der zuletzt auch die Dolomiten-Rundfahrt bestritten hatte. „Es war sauhart, aber es war ein schöner Tag“, erklärte der 37-jährige Ullrich, der an den Verpflegungsstellen Autogramme schrieb, nach dem 238-km-Bewerb mit mehr als 5.500 Höhenmetern.

„Nach meinem nicht erfreulichen Karriereende war ich in ein Loch gefallen. Jetzt hat mich das Radfieber wieder gepackt“, sagte Ullrich, der sich in Sölden als „Edelhelfer“ für den ehemaligen Slalom-Weltmeister Frank Wörndl verdingte. „Mir geht es nicht um den Sieg, sondern um den Spaß.“ Trotzdem habe er in den vergangenen sechs Wochen hart trainiert, nachdem er vier Jahre lang keine Lust gehabt hatte, aufs Rad zu steigen.

Allerdings wird Ullrich bald seine Vergangenheit wieder einholen. Anfang September entscheidet der Internationale Sportgerichtshof CAS, ob der frühere Telekom- und T-Mobile-Star ein weiteres Dopingverfahren befürchten muss. Das für ihn als ehemaligen Lizenznehmer in der Schweiz zuständige NOK der Schweiz hatte es abgelehnt, seinen Fall vor dem Hintergrund der Vorwürfe um eine Zusammenarbeit mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes weiter zu verfolgen. Dagegen hatten der Weltradsport-Verband UCI und die Anti-Doping-Behörde der Schweiz Einspruch beim CAS eingelegt.

Erst wenn kein Verfahren mehr ansteht oder läuft, will sich der Wahlschweizer mit einer verspäteten Wortmeldung zu Details der vergangenen Jahre äußern. „Ob Ullrich dann ein knallhartes Dopinggeständnis ablegt, ist offen“, sagte sein neuer Sprecher Falk Nier. Seit Wochen überlegen die Berater den gangbarsten Weg zurück zu mehr öffentlicher Akzeptanz. „Ich habe viele Ideen und Ziele und bin voller Motivation - noch ist aber nichts spruchreif“, sagte der sehr gelöst wirkende Ullrich. (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom So, 28.08.2011  17:43
aktualisiert: So, 28.08.2011  17:59
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