„Bei der WM werd‘ ich mich in Eisels Dienste stellen“
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Radprofi Thomas Rohregger (28) bei der Spanien-Rundfahrt: „Die Hitze war sehr zehrend.“Foto: Roth-Foto
Foto: Augenklick/Roth
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Herr Rohregger, während der Spanien-Rundfahrt schrieb eine Luxemburger Zeitung mit Berufung auf Ihren Team-Eigner Flavio Becca, Sie seien 2012 nicht mehr im Kader des neuen, mit RadioShack fusionierten Teams.
Rohregger: In den vergangenen Wochen wurde viel Unfug gesagt und geschrieben. Intern wissen wir, was Sache ist. Gegen Ende der Woche soll das Interne öffentlich gemacht werden.
Sie wurden jedoch mit einem Ein-Jahres-Vertrag verpflichtet, der nun auslaufen würde.
Rohregger: Das stimmt schon, richtig. Eigentlich hätte ich vergangene Saison ja für das australische Team fahren sollen, das noch vor dem ersten Rennen bereits wieder zugedreht wurde. Ich bin daher erst im März in das Renngeschehen eingestiegen und war froh, dass ich überhaupt noch ein Team finden konnte.
Wollen Sie uns dennoch ein wenig verraten, wie Ihre Planungen für das nächste Jahr aussehen?
Rohregger: Wie gesagt: Wie es mit dem Kader von Leopard-Trek weitergeht, wird Ende der Woche publik werden. Was mich betrifft: Ich habe bei der Vuelta eine starke Leistung zeigen können und in Folge Angebote auch von anderen Teams. Ich halte mir alle Optionen offen und werde die beste davon wählen.
Kommenden Sonntag werden Sie bei der Straßen-Rad-Weltmeisterschaft in Dänemark an den Start gehen. Eine weitere Möglichkeit, sich für ein neues Team zu empfehlen.
Rohregger: Natürlich. Ich sehe meine Aufgabe bei der Weltmeisterschaft jedoch als Helfer. Der lange und flach endende Kurs ist nicht für bergstarke Fahrer wie mich gemacht. Das ist schon eher was für schnelle, kräftige Sportler wie meinen Teamkollegen Fabian Cancellara, der am Sonntag unbedingt Weltmeister werden möchte. Oder auch für meinen Teamkapitän Bernhard Eisel, in dessen Dienst ich mich in dem 266 Kilometer langen Rennen stellen werde.
In Anbetracht Ihrer Arbeitsplatzsuche: Liegt die Verlockung nicht nahe, beispielsweise doch für Cancellara zu fahren?
Rohregger: Nein, wir reisen als Nationalteam und so wird auch gefahren. Änderungen gibt es nur, wenn etwa unser Kapitän aus dem Rennen wäre. Dann kann man sich in den Dienst eines anderen Fahrers stellen, also etwa sich vor Cancellara einreihen.
Rechnen Sie Cancellara veritable Siegeschancen zu?
Rohregger: Wie wir im Briefing erfahren haben, kann es in Dänemark um diese Jahreszeit schon sehr kalte Temperaturen haben. Also ein Wetter wie bei den Frühjahrsklassikern, wo sich in der Regel starke und wetterresistente Fahrer wie Cancellara durchsetzen können.
Sie nutzten die vergangenen Wochen, um sich von den Strapazen der Spanien-Rundfahrt zu erholen?
Rohregger: Genau, wobei man nicht zu sehr zur Ruhe kommen darf: Der Körper muss im Rennrhythmus bleiben. Du musst den Motor sozusagen am Laufen halten, um die Leistung bei der Weltmeisterschaft wieder abrufen zu können. Ein wenig Erholung darf aber dann doch auch sein: Die Hitze bei der Vuelta war schon sehr zehrend, das kostet schon Kraft.
Das Gespräch führte Manuel Fasser



