Hitzige Debatten, gefrorene Mienen
Von Max Ischia
Innsbruck – Outrageous!! So titelte die Air & Style-Company gestern Nachmittag einen in Englisch gehaltenen Facebook-Eintrag auf ihrer Homepage (www.air-style.com). Die Bandbreite der Übersetzung ins Deutsche reicht von „abscheulich“, über „empörend“ bishin zu „skandalös“. Was die Air & Style-Gemüter dieser Tage so erhitzt, war die Absage von Mark McMorris bzw. die vermeintliche Intervention dessen Sponsors Red Bull, welche zum Startverzicht des kanadischen Überfliegers geführt haben soll. Aber der Reihe nach:
Noch im November hatte McMorris schriftlich seinen Innsbruck-Start bestätigt, ehe sich der 18-Jährige in der Vorwoche zum Superstar der so prestigereichen X-Games aufschwang: Gold im Big Air, Gold im Slopestyle. Für Red Bull im Allgemeinen und Boarder-Ikone Travis Rice im Speziellen zwei weitere Gründe, McMorris für den parallel zum Air & Style stattfindenden Red Bull Supernatural (2. bis 9. Februar) zu verpflichten. Der Supernatural ist ein von Rice initiiertes Backcountry-Spektakelin der kanadischen Wildnis mit jeder Menge Szenestars (u. a. Terje Haakonsen, David Carrier Porcheron, Nicolas Müller und den Österreichern Gigi Rüf und Wolle Nyvelt).
Air & Style-Chef Andrew Hourmont zeigte sich ob der späten Absage des Vorjahressiegers zutiefst enttäuscht, dachte aber nicht an rechtliche Schritte: „Es entspricht nicht unserer Philosophie, gegen einen 18-jährigen Burschen vorzugehen.“ Mehr wollte er dazu nicht sagen und verwies auf den Facebook-Eintrag. Dort hieß es des Weiteren, dass McMorris durch den Sponsor-Entscheid nicht nur die Chance auf seine Air & Style-Titelverteidigung genommen wurde, sondern auch die Möglichkeit, den Gesamtsieg in der TTR-World-Tour (Disziplin Big Air) zu fixieren.
Red Bull ließ auf TT-Nachfrage McMorris höchstpersönlich zur Situation Stellung nehmen: „Ich würde am liebsten beide Contests fahren. Der Air & Style, speziell in Innsbruck, ist der Wahnsinn und die Fanmassen sind irrwitzig. Aber, was die nächsten Tage beim Supernatural abgehen wird, könnte der größte Snowboardevent aller Zeiten werden. Meine Idole, die besten Filmer, die besten Big-Mountains-Rider und ich als Contest-Fahrer messen uns in einem völlig neuen Metier. Und nebenbei besteht die Möglichkeit, mit den besten Snowboardern irgendwo im Nirgendwo Tiefschnee zu fahren. Der Anruf von Travis (Rice, Anm.) hat mir so viel bedeutet.“



