Ein junger Austro-Russe als Zankapfel der Eliteliga
Tiroler Eliteliga
Viertelfinale: Wattens – Kufstein4:2 (1:0, 1:1, 2:1) VSV II – Salzburg Oilers heute, 19.15 Uhr. Zirl – Kundl/HCI II 3. Februar, 19.30 Uhr. Kitzbühel – Kundl/HCI II 3. Februar, 19.30 Uhr.
Neuaustragung: HCI II – Kitzbühel 2. Februar, 19.30 Uhr. Wenn der HCI die Neuaustragung gewinnen sollte, trifft man im Viertelfinale auf Zirl. Gewinnt Kitzbühel kommt es im Viertelfinale zur nächsten Neuauflage.
Von Tobias Waidhofer
Innsbruck – Man schrieb den 9. Februar 1990, als im russischen Kaliningrad ein gewisser Artiom Konovalov geboren wurde. Fast 22 Jahre später war der nunmehrige Eishockey-Tormann Mittelpunkt eines Protests von HCI-Obmann Günther Hanschitz im 1396 Kilometer entfernten Innsbruck.
Was war passiert? Kitzbühel hatte den gebürtigen Russen, der mit seinen Eltern schon als kleines Kind nach Österreich emigriert war, für die Torhüterposition engagiert. Wegen Problemen mit dem Leihvertrag wurde gleich Konovalovs erstes Match im Dress der Gamsstädter gegen Wattens strafverifiziert (0:5). Daraufhin holten sich die Kitzbüheler Adler die Spielgenehmigung beim österreichischen Verband und setzten ihn in der letzten Grunddurchgangspartie gegen das Farmteam der Innsbrucker Haie (5:0-Sieg) erneut ein. Nur: Wie sich nun herausstellte, hätte der ÖEHV laut neuem Reglement die Spielgenehmigung nie erteilen dürfen.
„Der Fehler ist in Wien passiert. Kitzbühel trägt keine Schuld, deshalb hat sich der Tiroler Eishockey-Verband für eine Neuaustragung der Partie zwischen Kitzbühel und dem HCI entschieden“, erklärte Landespräsident Peter Schramm. Blöd nur, dass bereits gestern Abend die ersten Play-off-Begegnungen ausgetragen hätten werden sollen und der Ausgang der Neuaustragung die Play-off-Paarungen auf den Kopf stellen können (siehe Faktbox). So schwappt die Geschichte um den nicht spielberechtigten Torhüter indirekt wie direkt nach Zirl und Kundl über. „Ein Glück, dass die Höttinger Nudl schon erschienen ist. Wir spielen in einer Bananenliga“, lautete die erste Reaktion von Zirl-Boss Fredy Püls, der fünf Stunden vor dem Eröffnungsbully von dem Entscheid samt Spielabsage erfahren hatte. „Wir haben Plakate aufgehängt, Semmeln und Fleischkäse bestellt. Alles war vorbereitet. Das ist nicht lustig. Da kann ich das Geld gleich in den Inn werfen.“ Püls will sich jedenfalls bei den Verantwortlichen mit seinen Aufwendungen schadlos halten.
Auch in Kundl ist man nicht gut auf die Eishockey-Funktionäre zu sprechen. „Ich bin enttäuscht und stinksauer“, echauffierte sich der Sportliche Leiter Bruno Schiestl. „Der Tiroler Verband putzt sich doch nur ab. Da muss man sich überlegen, ob man überhaupt noch in dieser Liga spielen will.“
Harte Worte, die der Sportliche Leiter des EC Kitzbühel, Hans Exenberger, durchaus nachvollziehen kann: „Mir tun meine Kollegen in Zirl und Kundl leid. Aber wir haben nichts falsch gemacht.“
Für HCI-Obmann Hanschitz ist jedenfalls klar, dass „Durchführungsbestimmungen eingehalten werden müssen und der Protest völlig zurecht durchgegangen ist“.



