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Tagesbestzeit für Klaus Kröll im letzten Kitzbühel-Training

Nach zwei Trainingsbestzeiten von Aksel Lund Svindal durfte Klaus Kröll am Donnerstag über die schnellste Fahrt jubeln.

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Kitzbühel – Österreich geht am Samstag mit zwei heißen Eisen in den Kitzbüheler Abfahrts-Kampf gegen Aksel Lund Svindal. Nach zwei Trainings-Bestzeiten des Norwegers jeweils vor Hannes Reichelt drehte am Donnerstag Klaus Kröll den Spieß um und erzielte im Abschlusstraining vor den beiden Norwegern Svindal (+0,26) und Kjetil Jansrud (0,28) die schnellste Zeit auf der Streif. Am Freitag beginnen die 73. Hahnenkammrennen mit dem Super-G (11.30).

Reichelt hatte hingegen am dritten und letzten Trainingstag ebenso wie Matthias Mayer einem Super-G- und Riesentorlauf-Training in Going den Vorzug gegeben, der leicht kränkliche Florian Scheiber passte ebenfalls. „Bestzeit fahren ist immer gut. Aber einige waren nicht am Start und was Svindal genau getan hat, weiß ich nicht“, versuchte Kröll daher seine Leistung etwas zu relativieren.

Die Streif präsentierte sich am Donnerstag bei erneut Prachtwetter wieder ein Stück unruhiger und daher „deutlich knackiger“. Stürze wie jene des Franzosen Guillermo Fayed oder des routinierten Südtirolers Christof Innerhofer machten deutlich, dass das „Biest“ Streif bereit ist, zuzupacken. „Es wird immer schwerer, am Samstag wird‘s extrem werden“, war Kröll überzeugt und Landsmann Romed Baumann (20.) war sich sicher: „Am Samstag wird richtig tief geflogen.“

Etwas unzufrieden war Joachim Puchner. „Wenn ich da vier Mal runterfahre, wird mir wohl einmal eine gute Fahrt gelingen“, ärgerte sich der Salzburger. „Das Pulver hätte ich noch nicht verschossen, ich hoffe, es passt jetzt wenigstens am Renntag“, sagte Puchner nach Platz 14. „Samstag wird eine richtige Challenge.“

Für Kröll war eine Trainingspause kein Thema gewesen. „Ich hatte vom ersten Tor weg ein besseres Gefühl und das war auch da Ziel heute. Jetzt bin ich wieder beruhigt“, erklärte der Weltcup-Abfahrtssieger.

Dabei habe er auch am dritten Tag nicht alles hundertprozentig erwischt. „So wie Reichelt oben fährt, fehlt‘s immer noch ein Stück. Der Richie wäre heute sicher noch ein Stück schneller gewesen als ich“, streute Kröll seinem Landsmann Rosen. „Es heißt weiter fighten, hier herunter wird dir hier nichts geschenkt“, sagte Kröll. „Es war heute wieder ein Stück unruhiger, die Strecke wird immer schwerer.“

Davon konnten auch die Gestürzten ein Lied singen. Während Innerhofer nach seiner Bauchlandung etwas irritiert ins Ziel weiterrutschte, wurde Benjamin Raich wegen des Sturzes von Fayed abgewunken. Der Tiroler musste oberhalb der alten Schneise minutenlang auf der Strecke warten, ehe er weiterfahren konnte.

„Sieben Minuten Rückstand habe ich. Nach 399 Rennen erstmals die Gelbe Flagge“, nahm es Raich mit Humor. „Mir ist das aber egal, auch wenn ich diese Passage nicht trainieren konnte“, sagte der 34-jährige Tiroler, der mit dem Super-G am Freitag sein 400. Weltcuprennen bestreitet.

„So etwas macht einen vor allem dankbar“, erklärte Raich. „Ich habe 400 Rennen in denen ich erfolgreich war, auch Misserfolge hatte, auf jeden Fall war es sehr interessant und spannend und ich stehe gesund da. Das macht ein gutes Gefühl und ich würde alles wieder genauso machen.“

Wie angekündigt hatte der frühere Kitz-Sieger Daron Rahles (USA) am Donnerstag den Vorläufer gemacht. „Kitzbühel ist das beste Rennen der Welt. Da kann man nicht einfach hierherkommen und nicht fahren“, erklärte der Ex-Weltmeister, der aus PR-Gründen in der Gamsstadt weilt. „Wenn ich das auch am Samstag machen will, muss ich bis dahin aber brav sein“, scherzte der Kalifornier. (tt.com)

Abfahrt der Herren in Kitzbühel, Abschlusstraining

1. Klaus Kröll (AUT) 1:57,74 Minuten

2. Aksel Lund Svindal (NOR) +0,26 Sekunden

3. Kjetil Jansrud (NOR) 0,28

4. Werner Heel (ITA) 0,38

5. Georg Streitberger (AUT) 0,60

6. Johan Clarey (FRA) 0,63

7. Steven Nyman (USA) 0,66

8. Andrej Sporn (SLO) 0,76

9. David Poisson (FRA) 0,82

10. Erik Guay (CAN) 0,93

...

14. Joachim Puchner (AUT) 1,47

16. Max Franz (AUT) 1,59

20. Romed Baumann (AUT) 1,92

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