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Ski-WM 2013

Hirscher verzichtet auf Super-Kombi, Wirbel um Facebook-Posting

ÖSV-Star Marcel Hirscher verzichtet auf einen Start in der Super-Kombi. Der Weltcup-Leader konzentriert sich auf seine Paradedisziplinen Riesentorlauf und Slalom. Ein Facebook-Posting nach dem Super-G sorgte unterdessen für Aufruhr.

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Schladming - Marcel Hirscher hat sich am Mittwoch entschlossen, nicht an der WM-Super-Kombination in Schladming am 11. Februar teilzunehmen. Nach einem Gespräch mit seinem Trainer-Papa Ferdinand, Slalom-Coach Michael Pircher und Servicemann Edi Unterberger informierte der 23-jährige Salzburger ÖSV-Cheftrainer Mathias Berthold von seiner Entscheidung.

Hirschers voller Fokus gilt damit wie erwartet den technischen Disziplinen Riesentorlauf (15. Februar) und Slalom (17. Februar). Um in der Super-Kombi an den Start gehen zu können, hätte Hirscher an den heute beginnenden Abfahrtstrainings teilnehmen müssen.

Stattdessen forciert der Gesamt-Weltcup-Gewinner das Techniktraining, das in den vergangenen Tagen durch das schlechte Wetter zu kurz gekommen ist.

„Ich bin nominiert für Teambewerb, Riesentorlauf und Slalom. Diesen drei Einsätzen gilt meine volle Konzentration und Vorbereitung. Vier Tage für die Super-Kombi sind da aufgrund der derzeitigen schwierigen Trainingsbedingungen nicht drinnen“, teilte der 23-Jährige mit.

Überrascht über Reaktionen auf Posting

Ein wehmütig klingender Facebook-Eintrag von Hirscher nach dem WM-Super-G am Mittwoch hat unterdessen Diskussionen nach sich gezogen, die den Salzburger überrascht haben.

„Ich bin Racer und würde am liebsten jedes Rennen fahren, vor allem wenn der Kurs so anspruchsvoll ist wie dieser. Ich habe nicht damit gerechnet, dass in mein Posting so viel hinein interpretiert wird“, teilte der Salzburger am Donnerstag via Medienaussendung mit.

„Gratuliere Ted!!! Diesen Lauf wäre ich auch gerne gefahren...“, schrieb Hirscher nach dem Triumph des Riesentorlauf-Spezialisten Ted Ligety aus den USA. Von zahlreichen Medien wurde dies sogleich als verspätete Forderung nach einem Startplatz gedeutet.

Dass Trainer-Papa Ferdinand Hirscher sagte, „Natürlich wollte er fahren, aber die Trainer haben sich dagegen entschieden“, sorgte nicht für Beruhigung der Gemüter. Zumal Hirscher beim Weltcup-Finale im März 2012 auf dieser Piste sensationell Rang drei belegt hatte.

„Wir haben das Thema mit Marcel zu Saisonbeginn natürlich besprochen. Sein Fokus wurde aber ganz deutlich auf die technischen Disziplinen gelegt“, meinte ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold Mittwochabend dazu im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur. Seit seinem Start im Weltcup-Super-G in Beaver Creek am 1. Dezember 2012 (Rang 32) hatte Hirscher nur noch einen Tag Speed-Training absolviert. Schon in den USA hatten Hirschers Super-G-Ambitionen für reichlich Gesprächsstoff gesorgt.

„Super-G wäre Marcel ganz gut gelegen“

„Dieser Super-G in Schladming wäre Marcel natürlich ganz gut gelegen, wenn er das Super-G-Thema mehr verfolgt hätte. Der Fokus war aber auf Slalom und Riesentorlauf gerichtet, da gab es auch viele Materialtests zu absolvieren. Man darf ja nicht vergessen, dass Ligety die gesamte Super-G-Saison gefahren ist und zweimal Vierter war. Das ist ja etwas ganz anderes“, merkte Berthold an.

„Hannes, Matthias, Romed und Georg – alle vier ÖSV-Starter - haben sehr gute Leistungen erbracht. Ich glaube, Hannes hätte mit nur einem Fehler weniger eine Medaille um den Hals – die er sich am Samstag holen wird! Und Matthias ist ebenfalls am Podest nur knapp vorbeigeschrammt“, sagte Hirscher über seine Teamkollegen Reichelt (4.), Mayer (5.), Baumann (8.) und Streitberger (10.). „Ich versteh die Enttäuschung, dass Österreich noch keine Medaille hat. Doch die Platzierungen 4, 5, 8, und 10 sind eine tolle Teamleistung... Also meine Teamkollegen haben Top-Leistungen erbracht.“ (TT.com, APA)

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