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WM-Superkombi

Sensationell! Romed Baumann holt erste Medaille für ÖSV-Herren

Der Bann ist gebrochen, auch die ÖSV-Herren haben dank Romed Baumann nun die erste WM-Medaille. Den Sieg in der Superkombi holte sich Ted Ligety vor Ivica Kostelic. Benni Raich fädelte ein.

Aus Schladming: Günter Almberger

Schladming steht seit Montagabend Kopf! Der Grund dafür ist Romed Baumann. Der Hochfilzener eroberte in der Super-Kombi Bronze und damit die zweite Medaille für Österreich bei dieser WM. Gold ging überlegen an US-Boy Ted Ligety, über Silber durfte der Kroate Ivica Kostelic jubeln.

Als alles bereits danach aussah, dass das Ennstal aus rot-weiß-roter Sicht langsam aber sicher zum Tal der Tränen wird, drehte Baumann auf. Der Tiroler, der als Abfahrtsschnellster als letzter in die Slalom-Entscheidung ging, behielt die Nerven und legte für seine Verhältnisse einen sensationellen Slalom hin. Der zweifache Weltcup-Super-Kombi-Sieger verpasste mit 1,17 Sekunden Rückstand zudem nur um 0,02 Sekunden Silber.

„Der Rennverlauf hat mir geholfen. Ich habe gesehen, dass Leute wie der Finne Romar nicht zu viel Zeit auf Kostelic verlieren. Ich habe während der Fahrt den Platzsprecher schreien gehört, dass ich auf dem zweiten Platz bin. Ich konnte dann alles ausblenden, war voll fokusiert auf den Slalom. Es ist besser gegangen als ich erwartet habe“, strahlte Baumann über das ganze Gesicht.

Als um 18.49 Uhr Benjamin Raich einfädelte, ging ein lauter Aufschrei durch das Zielstadion der Planai. Es schien beinahe so, als ginge in der Super-Kombi die Pleiten, Pech und Pannen-Serie für den ÖSV weiter. Fassungslosigkeit beim eigentlich größten Hoffnungsträger, blankes Entsetzen bei den ÖSV-Verantwortlichen und Kopfschütteln bei den Fans auf den Rängen.

„Es wäre perfekt für mich gewesen. Ich habe von oben weg Probleme gehabt. Die Abstimmung hat nicht gepasst. Die Enttäuschung ist natürlich jetzt groß“, zeigte sich Raich frustriert, fand aber lobende Worte für seinen Teamkollegen: „Bronze von Romed ist eine sensationelle Leistung!“

Doch nach der unglaubliche Fahrt von Baumann wurde die Euphoriebremse in Schladming endlich gelöst. Bronze wurde von den österreichischen Fans wie Gold gefeiert!

Bereits nach der Kombi-Abfahrt war die Stimmung im rot-weiß-roten Lager richtig euphorisch. Baumannn entschied diese nach einem tollen Ritt auf der Planai für sich, Matthias Mayer zeigte als Siebenter erneut auf und Benjamin Raich lieferte eine seiner besten Abfahrten seit langem ab. Der Ötztaler Florian Scheiber musste nach einer Verletzung aus dem Slalomtraining auf einen Start verzichten.

In der Entscheidung mussten die Fans durch ein wahres Wellental der Gefühle gehen. Raich raus, Mayer (10.) konnte wie erwartet nicht um Edelmetall mitreden und dann kam Romed!

Die Tiroler Bronze-Medaille überstrahlte an diesem Abend auch das zweite Gold von Ligety. „Ich hatte nach der Abfahrt eine gute Ausgangsposition. Es war wirklich schwierig. Ich bin schon lange dabei und weiß wie ich mit Druck umgehen kann“, präsentierte sich der US-Star cool.