20.01.2013
Ski Alpin

Vor dem Wengen-Slalom lagerte Hirscher seine Beine hoch

Marcel Hirscher möchte im heutigen Slalom (10.15/13.15 Uhr, ORF eins) von Wengen erneut abheben: zunächst auf Skiern, dann in einem Privatjet. Mitfavorit ist der Tiroler Mario Matt.
Marcel Hirscher (r.) und sein Vater Ferdinand ließen es in der vergangenen Woche etwas ruhiger angehen. Beim heutigen Lauberhorn-Slalom soll sich das bezahlt machen.Fotos: gepa (3), APA/Groder
Foto: REDAKTION
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Von Florian Madl

Wengen – Jugendlichen Übermut kann sich Marcel Hirscher in dieser Phase der Saison nicht leisten. Nach seinem Sieg vergangene Woche am Chuenisbärgli von Adelboden (SUI) war dem 23-Jährigen in erster Linie an Regeneration gelegen, weshalb er sich freigab. Montags und dienstags lagerte der Annaberger seine Beine hoch, auch am Freitag blieben die Skier im Wachslraum.

Die Energie benötigt Hirscher für den heutigen Slalom in Wengen, das weiß er: „Es wird ein brutal schwieriges Rennen, das man mit einer Mischung aus Taktik und Angriff fahren muss. Du darfst dir keinen Fehler erlauben.“ Daran glaubt die Konkurrenz ohnehin nicht – es könnte nicht besser gehen, meinen Experten und Gegner gleichermaßen.

Selbst in der Schweiz hat man in Ermangelung eines Könners aus den eigenen Reihen die Liebe zu Marcel Hirscher entdeckt: Der Salzburger wird deshalb morgen unmittelbar nach dem Rennen in einer Sportschau des öffentlich-rechtlichen Fernsehens auftreten, ehe er mit dem Privatjet eines Sponsors die Heimreise antritt. Wieder einige Stunden mehr Regeneration.

Hinter dem Weltcup-Führenden wollen andere Österreicher in den Vordergrund treten: Mario Matt, der heute neben Hirscher, Ivica Kostelic (CRO), Felix Neureuther (GER) und Alexis Pinturault (FRA) zu den Favoriten zählt. Der Zweitplatzierte von Adelboden kommentierte sein Jänner-Hoch zuletzt mit Erstaunen: „Es ist schon ein bisschen verwunderlich.“

Im ÖSV-Team haben nur Hirscher und Matt ihr WM-Ticket, um die restlichen zwei Startplätze kämpfen die drei Routiniers Manfred Pranger, Reinfried Herbst und Benjamin Raich. Der Pitztaler, zuletzt Vierter in der Super-Kombination, sucht in erster Linie nach der Lockerheit: „Dass ich es draufhabe, weiß ich ja.“ Und nicht viel anders geht es dem Gschnitzer Manfred Pranger, der 2009 sogar in Wengen gewann. Wenige Wochen später wurde er Weltmeister – ein gutes Omen?

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom So, 20.01.2013
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