22.01.2013
Ski Alpin

Die Gams macht das Rennen

Die Hahnenkamm-Maschinerie nimmt Fahrt auf. Rund 90.000 Zuschauer werden übers Wochenende in Kitzbühel erwartet. Auch Arnie soll kommen – wie im vergangenen Jahr – und Regie im Promi-Theater führen.
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Partymarathon: Von Weißwurst bis VIP-Zelt

Weißwurstparty: Die 22. Weißwurstparty lockt am Freitag zum Stanglwirt nach Going. Die Rock-Band Opus soll Stimmung unters Partyvolk bringen. Für kulinarische Schmankerl sorgt Alfons Schuhbeck.

Audi-Night: Ein echter Garant für A-Promis am laufenden Band ist die Audi-Night, die am Freitagabend im Hotel Zur Tenne über die Bühne geht. Mitfeiern darf nur, wer von den Organisatoren eingeladen wurde.

Kitz‘n‘Glamour: Ebenfalls am Freitag findet im Hotel Grand Tirolia der Event „Kitz‘n‘Glamour“ statt. Bei Modenschau und Champagner wird erfahrungsgemäß bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

A1-Kitz-Night: Ein Klassiker unter den Freitags-Partys ist auch die „A1 Kitz Night“ in Rosi‘s Sonnbergstuben, in der die Promis unter sich feiern.

VIP-Zelt: Das VIP-Zelt von Harti Weirather ist das Maß der Dinge. Vor allem bei der Gala am Samstagabend ist die Promi-Dichte enorm hoch.

Von Katharina Zierl und Florian Madl

Kitzbühel – Möge die Party beginnen. Kitzbühel ist bereit. Arnie auch, glaubt man zumindest etablierten Hoteliers. Nicht nur Sonnbergstub‘n-Wirtin Rosi Schipflinger rechnet fix mit der Steirischen Eiche. „Bei einem außerplanmäßigen Besuch im September meinte Arnold zu mir: Wir sehen uns beim Hahnenkammrennen“, bestätigt auch Johannes Mitterer, Direktor des Hotels Zur Tenne, bei dem Schwarzenegger bevorzugt Kaiserschmarrn speist.

Schenkt man Gerüchten, die in den vergangenen Tagen in Kitzbühel zu hören waren, Glauben, ist Arnie aber nicht der einzige Top-Promi, der die Gamsstadt mit seiner Anwesenheit beglücken könnte. Von Hollywood-Star Dustin Hoffman ist da die Rede. Einige meinen, George Clooney könnte beim Hahnenkammwochenende einen Espresso schlürfen. Dazu kommen die üblichen Verdächtigen wie etwa Niki Lauda, Armin Assinger, Hansi Hinterseer, David Coulthard und Bernie Ecclestone, der im vergangenen Jahr vollkommen entspannt ohne Bodyguards durch die Innenstadt flanierte. Ob echte A-Promis oder nicht: Der generelle Zuschaueransturm wird auch bei der 73. Auflage des Spektakels enorm sein. „Wir rechnen übers Hahnenkammwochenende mit rund 90.000 Zuschauern“, sagt die neue Kitzbühel-Tourismus-Obfrau Signe Reisch. Die Stadt sei bis aufs letzte Zimmer ausgebucht. „Und auch die umliegenden Orte profitieren“, erklärt Reisch. „Dass Felix Neureuther in Wengen siegreich war, ist für uns super. Wir rechnen mit einem zusätzlichen Ansturm deutscher Gäste. Außerdem soll das Wetter am Wochenende sehr gut sein“, erklärt TVB-Geschäftsführer Peter Marko. Die Gams fährt also wieder viel Geld ein. Zwischen 36 und 38 Millionen Euro werden am Kitzbühel-Wochenende laut Experten in der Region umgesetzt. „Das Hahnenkammrennen bringt schon enorm viel. Auch langfristig. Und trägt nicht zuletzt zum besonderen Ruf von Kitzbühel bei“, betont Reisch.

Die Qual der Wahl haben angesichts des dichten Partyprogramms alle – prominent oder nicht. Während bei der Weißwurstparty am Freitag beim Stanglwirt jeder, der ein Ticket ergattern konnte, feiert, darf zur Audi-Night im Hotel zur Tenne nur, wer auf der illustren Gästeliste steht. Im vergangenen Jahr warteten die Organisatoren mit Sängerin Joss Stone auf. Wer heuer aus dem Hut gezaubert wird und dann auch am Samstagabend die Promis in Harti Weirathers VIP-Zelt unterhält, ist – wie jedes Jahr – streng geheim.

Die Hahnenkammrennen haben traditionell alle Gesellschaftsschichten zu bieten. Scheinbar ohne Berührungspunkte gehen zwei Zuschauergruppen ihrer Wege. Dazu tragen unter anderem jene 10.000 Meter Zäune bei, die an den vergangenen Tagen aufgestellt wurden. Auf der einen Seite stapfen jene, die den Klassiker in erster Linie als Sportereignis zu würdigen wissen – für 19 Euro (Eintritt Super-G) sind sie hautnah am Geschehen.

530 Euro legen indes all diejenigen hin, die sich drei Tage auf der VIP-Tribüne Snacks und Getränke gönnen und dabei unter ihresgleichen wähnen. „Wir wollen beide Zuschauergruppen“, hält Skiclubpräsident Michael Huber fest. Im Veranstaltungsbudget von 6,4 Millionen Euro sind Gäste aller Kategorien fix einkalkulierter Posten. Die dritte und kleinste Gästegruppe, die Skifahrer selbst, registrieren das Geplänkel nur am Rande. Zu groß ist der Respekt vor der Streif.

Hans Knauss, 1999 selbst Abfahrtssieger und mittlerweile Fernsehkommentator, weiß das: „Es überkommt mich noch heute eine Gänsehaut, wenn ich nach Kitzbühel fahre. Als ich das erste Mal herfuhr und zur Streif sah, dachte ich: Lieber Gott, lass‘ mich beim Heimfahren selbst am Steuer sitzen.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 22.01.2013
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