USA verklagt älteste Bank der Schweiz wegen Steuerhinterziehung
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Die älteste Bank der Schweiz wurde 1741 in St. Gallen gegründet.
Foto: REUTERS
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Washington/Bern - Die US-Justizbehörden haben Klage gegen die Schweizer Privatbank Wegelin & Co eingereicht. Die älteste Bank der Schweiz soll nach Angaben der Staatsanwälte US-Steuerzahlern geholfen haben, mehr als 1,2 Mrd. Dollar (916 Mio. Euro) an der Steuerbehörde IRS vorbeizuschleusen.
Die Bank habe sich mit „US-Steuerzahlern und anderen verschworen“, um Steuern zu hinterziehen, teilte das US-Justizministerium am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Es handelt sich um die erste Anklage dieser Art gegen eine ausländische Bank, die keine Niederlassung in den USA hat.
Die Bank Wegelin gab am Freitag keine Stellungnahme zu den Vorwürfen der Anklagebehörden ab. Der zuständige Sprecher sagte lediglich, man habe die Klage zur Kenntnis genommen und werde diese nun analysieren.
Durch die Klage steigt nach Einschätzung von Analysten am Finanzplatz Zürich der Druck auf die zehn anderen Schweizer Banken, die ebenfalls im Visier der US-Behörden stehen. Zu ihnen gehören die Credit Suisse, die Bank Julius Bär und zwei Kantonalbanken. Das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen hat am Freitag die neueste Entwicklung im Steuerstreit mit den USA nicht kommentiert.
Zugleich mit der Erhebung der Klage beschlagnahmten die US-Behörden 16 Mio. Dollar von einem Konto der Wegelin-Bank bei deren Referenzbank in den USA, der Schweizer UBS. Bereits im vergangenen Monat wurde Klage gegen drei ehemalige Kundenberater von Wegelin eingereicht. Diese sollen für US-Kunden undeklarierte Konten geführt haben, über die die Steuerbehörde keine Informationen erhielt, lautet die Anschuldigung. Angeblich wollte die Bank damit auch Kunden anlocken, hieß es weiter.
Wegelin hat laut Anklageschrift gegenüber Kunden damit argumentiert, dass sie keine Niederlassung in den USA habe und daher dem Druck der Steuerbehörden weniger ausgesetzt sei. Die Bank mit Sitz in St. Gallen soll dabei versichert haben, dass die undeklarierten Konten dem US-Steueramt nicht preisgegeben würden, weil sie eine lange Tradition des Bankgeheimnisses pflege.
Die US-Staatsanwälte ermitteln Medienberichten zufolge gegen mehrere Schweizer Banken. Am Mittwoch lenkte die Schweiz in dem Streit um die Schwarzgeldkonten ein und lieferte umfassende Bankdaten an die USA. Für Wegelin hatte der Steuerstreit schon vor der Klage Konsequenzen. Die Bank entschloss sich wegen eines drohenden Abzugs von Kapital durch Kunden in der vergangenen Woche zu einem Notverkauf an die Raiffeisen-Gruppe. (APA/dpa)
aktualisiert: Fr, 03.02.2012 13:42




