AUA-Massenflucht bleibt aus, Ticketsteuer soll sinken
Wien, Innsbruck – Zwischen gestrichenen Flügen und dem bevorstehenden Betriebsübergang auf die Tyrolean kann die AUA etwas durchatmen: Der drohende Massenexodus von Piloten ist vorerst ausgeblieben. Wie Bord-Betriebsratschef Karl Minhard gestern bei einer Betriebsversammlung mitteilte, werden etwa 80 der knapp 600 AUA-Piloten von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und das Unternehmen mit hohen Abfertigungszahlungen verlassen. Minhard selbst und sein Vize Wolfgang Widmann wollen der AUA weiter als Piloten und Belegschaftsvertreter und erhalten bleiben. Dass vorerst statt der angedrohten 200 „nur“ 80 Piloten ihren Abgang angekündigt hatten, schreibt Minhard vor allem den Betriebsräten und auch sich selbst zu: „Wären wir gegangen, wäre der Kollaps perfekt gewesen“, meinte Minhard, sein Verbleib sei ein Signal auch für andere Piloten gewesen. 170 der knapp 1600 Flugbegleiter haben ebenfalls angekündigt, zu gehen. Den insgesamt 2200 Mitarbeitern des AUA-Bordpersonals bleiben bis Ende des Monats nur noch wenige Tage Zeit, um über ihre berufliche Zukunft zu entscheiden.
Seit gestern fix weg ist hingegen Vorstandsmitglied Peter Malanik. „In beiderseitigem Einvernehmen“ sei der 50-Jährige nach 26 Jahren bei der AUA ausgeschieden, hieß es offiziell von Unternehmensseite. Wie berichtet, soll Malanik aber den harten Sanierungskurs von AUA-Boss Jaan Albrecht nicht mitgetragen haben. Anstelle des radikalen Umbaus der AUA-Gruppe mit dem Betriebsübergang auf die Tyrolean soll sich Malanik u. a. als Tyrolean-Aufsichtsratsvorsitzender für weitere Verhandlungsrunden mit dem Betriebsrat eingesetzt haben.
Auch die Regierung will der krisengeschüttelten AUA entgegenkommen: SPÖ und ÖVP sind sich nach TT-Information offenbar einig, die Flugticket-abgabe zu senken. Zumindest auf der Kurzstrecke soll die Abgabe, die seit April 2011 eingehoben wird, nicht mehr 8 Euro pro Person und Abflug, sondern 7 Euro ausmachen. Der AUA könnte das bis zu 4 Mio. Euro bringen. (bea, sabl)





Startschuss für neuen Landtag

