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Währungskrieg?

Aufregung um starken Euro lässt die Eurogruppe vorerst kalt

Befindet sich die Welt mitten in einem Währungskrieg? In der Eurogruppe sind die Wechselkurse ein Thema - doch mit konkreten Aktionen wird nicht gerechnet. Paris pocht weiter auf eine Debatte.

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Brüssel – In der Eurogruppe stößt eine aktive Wechselkurspolitik auf erhebliche Skepsis. „Eine künstliche Schwächung, das halte ich für unangebracht“, sagte die österreichische Finanzministerin Maria Fekter am Montag in Brüssel mit Blick auf den starken Euro. Die Aufregung um den Euro-Wechselkurs sei unberechtigt, fügte die Wiener Ministerin hinzu.

Ihr französischer Amtskollege Pierre Moscovici bestand hingegen auf eine Debatte. Die Gründe für die Verteuerung der Euro-Währung seien zunächst eher positiv, so kehre das Vertrauen in das gemeinsame Währungsgebiet zurück. Es gebe aber auch Gründe, „die auf aggressiveren Praktiken einiger unserer Partner beruhen“, kritisierte Moscovici. Er spielte damit auf Abwertungen von internationalen Währungen an, die den Euro automatisch teurer machen. Namen von Ländern nannte er nicht.

„Der Euro zu stark“

Der Sozialist forderte ein abgestimmte Haltung, um in internationalen Foren wie den G20 für eine Stabilität der Wechselkurse einzutreten. Die Debatte über eine europäische Wechselkurspolitik war vor einer Woche vom französischen Präsidenten François Hollande angestoßen worden.

Der luxemburgische Ressortchef Luc Frieden sagte, die Eurogruppe könne nicht einseitig Wechselkurse festlegen. „Ich finde die Frage hochinteressant: Vor einem Jahr hat sich die ganze Welt gefragt, ob der Euro überlebt. Heute finden einige, dass der Euro zu stark ist. Das ist das beste Zeichen, dass der Euro lebt und überleben wird.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) will sich nicht an einem Abwertungswettlauf der Währungen beteiligen. „Unsere Grundposition ist unverändert: Wir haben kein Wechselkursziel, Wechselkurse sollen marktbasiert sein“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen dem „Handelsblatt“ (Montag). Den Notenbanken der USA und Japans wird vorgeworfen, ihre Währungen künstlich billig zu halten, um die heimische Wirtschaft zu unterstützen. Es ist bereits von einem „Währungskrieg“ die Rede.

Deutliche Aufwertung

Seit Sommer 2012 hat der Euro zu vielen Währungen deutlich aufgewertet, insbesondere zum japanischen Yen, zum US-Dollar und zum britischen Pfund. Waren aus dem Euroraum werden in der Folge im außereuropäischen Ausland tendenziell teurer, was hierzulande die konjunkturelle Erholung gefährden könnte.

Der erstarkte Euro macht vor allem Euro-Krisenländern wie Griechenland, Portugal und Spanien zu schaffen. „Ich glaube nicht, dass das Wechselkursthema entscheidend ist für die Wettbewerbsfähigkeit in diesen Ländern“, sagte Asmussen. „Da geht es um Lohnstückkosten, Bürokratiekosten, mangelnde Produktivität und überregulierte Produktmärkte.“

„Rückkehr des Vertrauens“

EZB-Präsident Mario Draghi hatte am vergangenen Donnerstag die Aufwertung des Euro als „Zeichen der Rückkehr des Vertrauens“ in die europäische Gemeinschaftswährung bezeichnet. Dass Draghi zugleich erklärte, die Notenbank habe die Euro-Aufwertung als potenzielles Risiko für Konjunktur und Geldwertstabilität im Auge, werteten Ökonomen als „sanfte verbale Intervention“ gegen die Euro-Aufwertung: Der Euro-Kurs sackte am Donnerstag schlagartig um fast zwei Cent zum Dollar ab. Am Montag startete der Euro-Kurs unter der Marke von 1,34 US-Dollar. (dpa)

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