Fitch bestätigt Bestnote „AAA“ für Österreich, Ausblick stabil
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Wien – Die Ratingagentur Fitch hat Österreichs Kreditwürdigkeit erneut mit der Bestnote Triple-A (AAA) bewertet, der Ausblick bleibt stabil. Österreich habe solide wirtschaftliche Fundamentaldaten, eine geringe Arbeitslosigkeit und eine „relativ günstige“ Fiskalposition innerhalb der Eurozone, begründete die Agentur am Dienstag ihre Rating-Entscheidung in einer Aussendung.
Trotz der starken Fundamentaldaten, sei das Osteuropa-Exposure österreichischer Banken „signifikant, aber derzeit kein materielles Risiko für Österreichs AAA-Status“, betonte Gergely Kiss, Direktor der Staatsanleihen-Abteilung bei Fitch. Eine Verschlechterung der Bilanzen der heimischen Banktöchter in Osteuropa könnte aber „Druck auf das Rating ausüben“.
Die Agentur sieht die aus dem Inland stammenden Risiken für die Finanzstabilität in Österreich aufgrund der Rekapitalisierung und Banken-Verstaatlichung nur als „limitiert“. Der Frankenkreditanteil an der heimischen Kreditvergabe von 30 Prozent sei aber „eine Quelle für Verwundbarkeit“. „Das Exposure für österreichische Banken in Osteuropa wird weiterhin substanziell bleiben und wird sich kurzfristig nicht verändern“, schreibt die Agentur in ihrem Bericht.
Positiv bewertet die Agentur die heimische Budgetpolitik: Die öffentlichen Verschuldungs- und Budgetdefizit-Ziele im mittelfristigen Konsolidierungsprogramm von Februar 2012 seien „ambitionierter“ als die Ziele im Stabilitätsprogramm 2011. Das kleiner als erwartete Budgetdefizit 2011 und die Vorherrschaft von Ausgabenkürzungen würden „eine günstige Ausgangsposition für die Konsolidierung“ ergeben.
Im Gegensatz zu Fitch hatte die US-Ratingagentur S&P die Bonität Österreichs und Frankreichs am 13. Jänner auf AA+ gesenkt. Die Herabstufung führte aber nicht zu dem befürchteten Anstieg der Zinsen für österreiche Staatsanleihen. Im Gegenteil: Trotz Verlust des Triple A bei S&P zahlte Österreich jüngst bei einer Auktion die niedrigsten jemals verzeichneten Zinsen. Moody‘s wiederum hat Österreich seine Bestnote AAA belassen, dabei aber den Ausblick auf Negativ gesetzt.
Fekter rechnet mit Auswirkung auf S&P-Rating
Finanzministerin Maria Fekter (V) hat sich über die Bestätigung des Triple-A-Rating Österreichs durch die Agentur Fitch äußerst erfreut gezeigt. Sie führe dies vor allem auf das Stabilitätspaket zurück, sagte die Ressortchefin am Dienstag gegenüber APA und ORF-Radio. Auch das nun abgeschlossene Steuerabkommen mit der Schweiz habe signalisiert, dass Österreich seine Budget-Vorgaben einhalten werde.
Das alles habe Fitch positiv bewertet, so die Ministerin - „Und uns daher unter die besten in ganz Europa gewertet.“ Ohne das Konsolidierungspaket hätte es „unter Umständen“ eine Abwertung durch Fitch geben können, meinte Fekter. Die Ratingagentur habe ja speziell auf das Sparpaket Bezug genommen: Fitch habe es positiv bewertet, „dass das Konsolidierungspaket 2012 ambitionierter ist als unser Budget 2011. Wir haben aber auch das Budget 2011 sehr positiv abgeschlossen. Das ist gut bewertet worden“, so die Ressortchefin.
Fekter geht auch davon aus, dass das Rating eine positive Auswirkung auf die Bewertungen durch andere Agenturen haben wird. Im Jänner hatte Österreich ja bei der Rating-Agentur „Standard & Poor‘s“ das Triple A verloren und war auf AA+ herabgestuft worden. „Ich gehe davon aus, wenn die nächste Evaluierung von Standard & Poor‘s kommt, dass sie dann erkennen werden, das wir Triple A Status haben“, sagte die Ministerin.
Ihre Zuversicht begründete sie auch mit den Wirtschaftsdaten: „Weil wir ja auch mit unseren Zahlen beweisen können, dass wir zu den besten in Europa gehören. Wir haben die beste Beschäftigung, höhere Exportraten als Deutschland, eine sinkende Inflation, ein Budgetdefizit, das kontinuierlich sinkt und einen ambitionierten Reformpfad“, sagte sie. „Im internationalen Vergleich gibt es nicht viele, die besser sind als wir“, meinte die Finanzministerin. Darüber hinaus verwies sie darauf, dass Österreich von zwei der drei großen Agenturen (Fitch und Moody‘s) ja den Triple A Status innehabe.
Trotz der positiven Bewertung durch Fitch betonte sie, dass man nun die Anstrengungen nicht einstellen dürfe: „Wir lehnen uns nicht zurück, sondern setzen ganz konsequent jene Maßnahmen um, die im Konsolidierungspaket drinnen sind.“ Fekter nannte als nächste Reform-Schritte den Stabilitätspakt mit den Ländern, die Gesundheitsreform und die Reform der Invaliditätspension.
Faymann und Spindelegger erfreut
Bundeskanzler Werner Faymann (S) und Vizekanzler Michael Spindelegger (V) haben sich am Dienstag erfreut über Bestätigung der Bestnote AAA für die Kreditwürdigkeit Österreichs durch die Agentur Fitch gezeigt. Der Ausblick für die heimische Kreditwürdigkeit wurde erneut mit stabil bewertet. „Damit zeigt sich, dass die Republik Österreich hervorragend aufgestellt ist, dass sie international Vertrauen genießt und bei Staatsanleihen nach wie vor zu den sichersten und verlässlichsten Emittenten zählt“, betonte Faymann in einer Aussendung.
Spindelegger sieht durch die erneute Bestnote von Fitch die heimische Wirtschafts- und Finanzpolitik bestätigt: „Mit dem Reformpaket haben wir bewiesen, dass wir die Einsparungen ernst nehmen, unser Budget auf gesunde Beine stellen und bis zum Jahr 2016 ein Nulldefizit anpeilen“, betonte er. Dies sei auch von Fitch honoriert worden. Die Regierung habe aber „diese Schritte nicht gesetzt, um Ratingagenturen zu beeindrucken“.
Für Faymann werden die „historisch niedrigen“ Zinsen für österreichische Staatsanleihen wegen der Triple-A-Bestätigung weiter auf diesem Niveau bleiben. Die Ratingagentur habe bestätigt, dass „mit dem Stabilitätspaket der Bundesregierung ein wesentlicher Beitrag zur Konsolidierung geleistet wird“. (APA)
aktualisiert: Di, 17.04.2012 14:14






