Übergaberekord bei Firmen, Ruf nach Erleichterung
Wien, Innsbruck – In Österreich haben im Vorjahr 6700 Chefs ihren Betrieb an einen Nachfolger übergeben. Das ist ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber 2010 und ein „Rekordwert“, wie die Wirtschaftskammer (WKO) am Donnerstag erklärte.
Im Bereich Tourismus und Freizeitwirtschaft fanden 2011 die meisten Übernahmen statt, an zweiter Stelle stand Gewerbe und Handwerk, gefolgt von der Sparte Handel. Die „übernahmestärkste“ Fachgruppe war 2011 die Gastronomie, wo mit rund 1800 Übernahmen von Gastro-Betrieben mehr als ein Viertel aller Übernahmen stattgefunden haben. Vier von zehn Betrieben wurden an Frauen übergeben.
Laut der KMU-Forschung Austria sind bis 2020 über 50.000 Unternehmensübergaben zu erwarten. Die WKO fordert für Betriebsübernehmer die Gleichstellung mit Neugründern, zum Beispiel durch die Befreiung von bestimmten Lohnnebenkosten in der Startphase.
Der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident und Wirtschaftsbund-Obmann Jürgen Bodenseer ruft danach, Betriebsübernahmen zu vereinfachen. „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können wir es uns nicht leisten, auf dieses Potenzial zu verzichten“, teilte Bodenseer mit. Es gehe darum, die Rahmenbedingungen für Übergaben zu verbessern. Dazu würde „Augenmaß“ bei neuen Betriebsbewilligungen gehören. Auch forderte Bodenseer die Einführung eines abschreibbaren Beteiligungsfreibetrags sowie Förderungen für Anfangsinvestitionen. Wie wichtig Übergaben besonders im Tourismus seien, zeige laut Bodenseer die aktuelle Diskussion über die Übernahme von Hotels durch russische Investoren. (TT, APA)






