16.01.2013
Österreich

Euribor-Zinsreform droht Kredite zu verteuern

Weil Banken den für Kredite und Sparer wichtigen Euribor-Zins manipuliert haben sollen, soll er reformiert werden. Kredite könnten dann teurer werden.

Von Max Strozzi

Innsbruck – Die Ankündigung hat viele Kreditnehmer verunsichert: Dem Euribor, also dem Basiswert für die Höhe von Kreditzinsen und sämtlichen Sparformen, drohe das Aus. Der Grund: Zuletzt waren mehrere europäische Großbanken, die mit ihren Daten freiwillig zur Berechnung des Euribor beitragen, aus dem Berechnungssystem ausgestiegen. Grund dafür waren Vorwürfe, wonach Banken durch falsche Angaben den Zinssatz manipuliert haben sollen. Treten noch mehr Banken aus, wäre keine Berechnung mehr möglich. Eine Reform liegt in der Warteschleife.

Laut Stephan Bruckbauer, Chefökonom der Bank Austria, muss der Euribor reformiert werden: „Die Idee des Euribor funktioniert nicht und er wird auch nicht richtig errechnet.“ Derzeit wird der Euribor („Euro Interbank Offered Rate“ – Zinssatz zwischen Banken) aufgrund theoretischer Angaben von 30 bis 40 Großbanken ermittelt. Vereinfacht gesagt teilt jede Bank mit, was sie glaubt, an Zinsen zahlen zu müssen, um Geld von anderen Banken aufzunehmen. Aus diesen Werten werden die Euribor-Werte (drei bis 12 Monate) errechnet. Der Drei-Monats-Euribor ist die Basis für Kreditzinsen – steigt der Euribor, werden auch Kredite entsprechend teurer.

„Das Problem ist aber, dass der Markt zwischen den Banken nicht funktioniert. Es kann keine Bank bei der anderen anrufen und sagen: Ich brauche eine halbe Mio. Euro für sechs Monate – schick mir das rüber!“, erklärt Bruckbauer: „Der Drei-Monats-Euribor liegt bei 0,20 % – in Wirklichkeit aber bekommt keine Bank das Geld zu diesem Zins, sondern muss viel mehr zahlen.“

Bruckbauer glaubt, dass sich künftig die Berechnung des Euribor ändern wird und dadurch Kredite teurer werden. „Den Euribor wird es weiter geben, er wird aber besser gemessen werden. Und zwar nicht nach dem, was Banken glauben zu zahlen, sondern nach den tatsächlich getätigten Geschäften. Das heißt: Bank A tauscht mit Bank B Geld aus und das fließt in die Berechnung des Euribor ein.“ Banken dürften verpflichtet werden, die Zahlen zu übermitteln, derzeit ist das freiwillig. Der so ermittelte Euribor-Wert werde laut Bruckbauer aber höher sein als derzeit, was in Folge auch Kredite verteuere. „Ein so berechneter Euribor dürfte zwischen 30 und 70 Basispunkte (0,3 bis 0,7 Prozentpunkte, Anm.) höher liegen“, rechnet der Ökonom vor. „Dann kann der Drei-Monats-Euribor schnell bei 1 % liegen.“ Matthias Moncher, Vorstand der BTV, ist anderer Meinung: „Der Euribor wird weiter bleiben. Ich glaube aber nicht, dass er aufgrund einer anderer Berechnung höher ausfallen wird.“

Dass der Euribor völlig verschwindet, glaubt Moncher nicht. Ein solcher Fall sei aber in den Kreditverträgen geregelt. Die Klauseln sehen vor, dass dann ein vergleichbarer Referenzzins herangezogen wird. Welcher das wäre, steht allerdings nicht fest.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 16.01.2013
Fahrplaninfo
sperrstunde
Parship
Jobs
Unterkunftssuche

    Faust

    Wann: 21.06.2013
    Wo: Tiroler Landestheater - Grosses Haus

    8. Symphoniekonzert

    Wann: 21.06.2013
    Wo: Congress Innsbruck, Saal Tirol

    WIE IM HIMMEL

    Wann: 23.06.2013
    Wo: Tiroler Landestheater - Grosses Haus

    Trailer - Gambit

    Die Coen-Brüder haben mit "Gambit - Der M...

    Trailer: The Purge

    Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und...

    Trailer - Olympus Has Fallen

    Nordkoreanische Terroristen nehmen das Weiße H...
    Panoramabilder
    Panoramabilder
    Panoramablick
    Events · Kino · TV · Motor · Multimedia · Musik · Stars · Leben ·
    AGB Kontakt Impressum