Österreichs Gold bleibt im Ausland
Wien – Die Bundesbank gibt dem politischen Druck nach und wird künftig die Hälfte ihrer rund 3400 Tonnen schweren deutschen Goldreserven auch tatsächlich in Deutschland lagern. Dies geschehe durch die schrittweise Umschichtung der Barren aus Tresoren der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in New York nach Frankfurt. Der Lagerstandort Paris solle zudem komplett bis zum Jahr 2020 aufgegeben werden. Derzeit lagern nur 31 Prozent des Goldes in Deutschland.
Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) will im Gegensatz dazu ihre Goldreserven nicht aus dem Ausland zurückholen. Das Direktorium habe das bestehende Lagerstellenkonzept für die Goldreserven der Nationalbank „sorgfältig evaluiert und als weiterhin gültig bestätigt“. Erst am vergangenen Dienstag hat FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erneut gefordert, Österreich müsse dem deutschem Beispiel folgen und Gold heimholen.
Österreichs Goldreserven bleiben also weiterhin dort gelagert, wo sie sich derzeit schon befinden, nämlich zu 17 Prozent in Österreich, zu 80 Prozent in Großbritannien und zu 3 Prozent in der Schweiz. Die Briten und Schweizer hätten „international anerkannte Goldhandelsplätze“.
Insgesamt verfügt die Nationalbank über 280 Tonnen „Gold und Goldforderungen“ mit einem aktuellen Marktwert von 11,35 Mrd. Euro. Mit Goldleihgeschäften hat die Notenbank eigenen Angaben zufolge in den vergangenen zehn Jahren 300 Mio. Euro erzielt.
Nationalbank-Gouverneur Ewald Nowotny (seit 2008 im Amt) ist nun offiziell von Bundespräsident Heinz Fischer per 1. September 2013 für weitere sechs Jahre als Nationalbank-Chef ernannt worden. Außerdem wurde Andreas Ittner mit Wirkung vom 11. Juli 2013 für sechs Jahre zum Vizegouverneur bestellt. Zusätzlich wurden Kurt Pribil und Peter Mooslechner zu Mitgliedern des Direktoriums ernannt. (TT, APA)





