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AUA-Einmalerlös nach Übergang auf Tyrolean peppt Lufthansa-Zahlen auf

Der Übergang brachte einen Ergebnisbeitrag von 115 Mio. Euro an die Muttergesellschaft.

Wien/Köln/Schwechat - Die Auslagerung des Austrian-Flugbetriebs auf die billigere Tyrolean hat sich zumindest in der Lufthansa-Bilanz schon bezahlt gemacht. Die österreichische Lufthansa-Tochter AUA (Austrian Airlines) hat einen satten bilanziellen Sonderertrag vor allem aus der Umstellung im Pensionssystem lukriert, der sich in den Zahlen der deutschen Mutter 2012 mit einem dreistelligen Millionenbetrag niederschlug.

„Der Teilbetriebsübergang des Flugbetriebs der Austrian Airlines auf Tyrolean Airways wirkte sich mit einmalig 115 Mio. Euro positiv auf das operative Ergebnis aus“, berichtete die deutsche Lufthansa am Dienstagabend bei Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen 2012.

Lufthansa-Chef Christoph Franz warnte zugleich davor, sich von Einmaleffekten nicht täuschen zu lassen. Sein Konzern hat 2012 auch Verkaufserlöse aus Beteiligungsverkäufen lukriert.

Was die Lufthansa in ihrer überraschenden Zahlen-Meldung Dienstagabend noch berichtete, hat den Börsianern nicht gefallen. Vorbörslich lag die Aktie am Mittwoch mehr als 4 Prozent im Minus, zur Eröffnung waren es noch 2,5 Prozent unter dem Vortagesschluss. Die Aktionäre schmerzt der Entfall der Dividende, auch die operativen Ergebniszahlen liegen unter den Erwartungen. Mitarbeiter sind durch die Schließung einiger deutscher Standorte beunruhigt.

„Wir brauchen deutlich bessere Ergebnisse, um den Veränderungen in der Luftfahrtbranche erfolgreich begegnen zu können“, schrieb Lufthansa-Chef Franz in der Mitteilung am Abend. „Nur so verschaffen wir uns den notwendigen Handlungsspielraum, der es uns ermöglicht, die Zukunft der Lufthansa-Group selber zu gestalten“.

Und über den bestehenden Handlungsdruck dürfe ein durch Einmaleffekte bestimmtes Konzernergebnis nicht hinwegtäuschen, fügte der Lufthansa-Boss hinzu.

Weil das operative Ergebnis neuerlich rückläufig war und wegen der laufenden Restrukturierungskosten streicht der Vorstand für 2012 die Dividende. Es sei wichtiger, jetzt alle verfügbaren Mittel in das Unternehmen zu investieren, argumentierte Franz.

Die Lufthansa hat voriges Jahr Anteile am Reservierungsdienstleister Amadeus und ein Paket an der US-Fluglinie JetBlue verkauft. Primär durch Beteiligungsverkäufe stieg das Nettoergebnis 2012 von zuvor minus 13 Millionen auf 990 Mio. Euro an. Dies räumt auch die Lufthansa selber in ihrer Bilanz-Mitteilung ein. Operativ brach der Gewinn jedoch um 36,1 Prozent auf 524 Mio. Euro ein, bei einem Umsatz von 30,1 Mrd. Euro (plus 4,9 Prozent).

Mit ihrem Konzern-Umbauprogramm Score will die Lufthansa ihr operatives Ergebnis bis 2015 um 1,5 Mrd. Euro steigern, 150 Millionen davon sind durch die Senkung der Personalkosten anvisiert. Dem Programm fallen bis 2017 nun zumindest schon einmal zwei Standorte in Deutschland zum Opfer. Die Hauptverwaltung in Köln schließt, was 365 Mitarbeiter betrifft. Zudem macht der Standort der Lufthansa Revenue Services GmbH in Norderstedt mit 350 Arbeitsplätzen zu.

( APA )