„Führen ist ein aktiver Prozess, der Zeit braucht“
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Univ.-Prof. Stephan Laske ist überzeugt, dass starke Führung der Schlüsselfaktor zum Erfolg ist.Foto: Wacker
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Von Brigitte Wacker
Reutte – Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation. So lautet das Fazit eines außergewöhnlichen Vortrags über erfolgreiche Unternehmensführung, den Univ.-Prof. Stephan Laske auf Initiative von transidee und TT in der Wirtschaftskammer Reutte hielt. Der deutsch-österreichische Grenzgänger und Mitglied des Instituts für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck lud die zahlreich erschienenen Wirtschaftsvertreter ein, sich eingehend mit der Frage „Brauchen (Familien-)Unternehmen Führung“ auseinanderzusetzen.
„Die Kernprobleme im Hinblick auf qualifizierte Mitarbeiter liegen in der Führungsriege – der Fisch stinkt auf dieser Ebene“, nahm sich Laske gleich zu Beginn seines Vortrags kein Blatt vor den Mund. Je unsicherer die Führungskräfte seien, desto mehr berufen sie sich auf Regeln, flüchten in operative Alltagsaufgaben oder suchen Schutz in der Routine. Außerdem verweisen sie, speziell in Familienunternehmen, lautstark auf hierarchische Positionen oder betonen, dass man doch zu einer großen Familie gehöre. „Da aber die Grundlogik der Familie Liebe und Nähe ist und die Grundlogik des Betriebes Produktivität, Leistung und Wirtschaftlichkeit, ist ein großes Spannungsverhältnis vorprogrammiert“, erklärte der Dozent. Nähe und Distanz seien der Widerspruch, den es zu bewältigen gebe. Funktionalität und Liebe miteinander zu verbinden und zu berücksichtigen, sei sehr, sehr schwer.
Wer Führungsverantwortung habe, müsse auch schmerzliche Entscheidungen treffen. Laske: „Die Entschuldigung ‚Es ist halt mein Bruder‘ funktioniert nicht. Das Zauberwort heißt in jedem Fall reden, reden, reden.“ Praktiziert werden allerdings in Familienbetrieben meist wechselseitige Nichtangriffspakte nach dem Motto: „Tu mir nichts, dann tu ich dir auch nichts.“ Stephan Laske machte eingehend deutlich, dass gerade in Familienunternehmen professionelle Führung immer wichtiger werde und es nicht ausreiche, mit den Mitarbeitern einen lockeren Umgang zu pflegen.
„Es wird nicht immer ein Weg daraus, wenn sich ein Bulldozer verfährt“, zitiert Laske. Je höher jemand in der Hierarchie positioniert sei, desto ‚schwerhöriger‘ werde er. Das sei ein ganz erschreckender Befund. Diese Schwerhörigkeit müsse aber unbedingt abgebaut werden, um Erfolg zu haben.
WK-Obmann Michael Baldauf bedankte sich abschließend mit einer geschnitzten Eule – dem Symbol für Weisheit und Weitblick: „Zum Thema passend, denn die Eule sieht dann noch gut, wenn andere nichts mehr sehen.“




