Zapfsäulen ziehen Geschäfte an
Von Helmut Mittermayr
Vils, Pinswang – Wer Benzin oder Diesel tankt, könnte auch Lebensmittel benötigen oder im speziellen als Deutscher das österreichische Warenangebot schätzen. Diese Überlegungen haben in den letzten Monaten im Grenzbereich zu Füssen mehrere Unternehmer unabhängig voneinander gewälzt.
Der Autohof Huter in Vils sorgte jedes Jahr für Schlagzeilen, wenn die 500 umsatzstärksten Firmen Tirols bekannt gegeben werden. Mit seiner Tankstelle am Grenztunnel erwirtschaftete Rudi Huter im letzten Jahr einen Umsatz von 39 Millionen Euro, was ihm Platz 114 in Tirol bescherte. Nun will Huter ein Lebensmittelgeschäft direkt neben seiner Tankstelle errichten. Sowohl Spar als auch MPreis sollen gerade prüfen, ob sie hier als Pächter einsteigen könnten.
Das Umwidmungverfahren bei der Stadtgemeinde Vils ist bereits eingeleitet, zieht sich aber in die Länge. Dass die Abteilung Raumordnung beim Land Tirol bisher keine Zustimmung signalisiert, umschreibt der Vilser Bürgermeister Günther Keller mit: „Bei diesem Projekt ist alles nicht ganz einfach.“ Keller hat prinzipiell aber nichts gegen die Geschäftsidee und glaubt auch nicht, dass der einzige Vilser Nahversorger durch den geplanten, an der Umfahrung liegenden Lebensmittelmarkt betroffen sein könnte.
In Pinswang ist das Umwidmungsverfahren der Flächen nahe der Tankstelle an der Weißhaus-Landesstraße L 396 bereits weit fortgeschritten. Bürgermeister Karl Wechselberger erklärt, dass der Gemeinderat längst einen positiven Beschluss für die Umwidmung gefasst habe. „Sollte MPreis dort anfangen, hoffen wir natürlich auf Steuereinnahmen. In die Erschließung des Gewerbegebiets, in dem die Tankstelle von Herbert Knunbauer 2005 öffnete, haben wir schließlich 1,3 Millionen Euro investiert.“
MPreis-Unternehmenssprecherin Ingrid Heinz teilt kurz mit, dass zum gerade laufenden Verfahren in Pinswang nichts gesagt werden könne und ihr ein aktuelles Projekt im nahen Vils nicht bekannt sei.



