25.01.2012
Tirol

Nächtigungen knickten trotz Gästerekord ein

Trotz Gästerekord brachen dem Tiroler Tourismus im Dezember die Nächtigungen weg: Minus 5,9 %.

Innsbruck – Trotz neuem Gästerekord brachen dem Tiroler Tourismus im bisherigen Winter die Nächtigungen weg. Die Nächtigungszahlen knickten im vergangenen Dezember um 5,9 % auf 3,5 Millionen Übernachtungen ein. Dabei kamen so viele Touristen wie nie zuvor: Mit 861.151 Ankünften verbuchten Tirols Touristiker im Dezember einen Gästerekord und ein Plus von 3,3 % gegenüber dem Vorwinter.

Zählt man auch die Novemberzahlen hinzu, legten sich sogar um 4,9 % mehr Urlauber in die Betten von Tiroler Hotels und Privatpensionen, die Zahl der Übernachtungen sank gegenüber dem Vorwinter aber dennoch um 2,9 %. „Das Nächtigungsminus ist dem Trend zum Kurzurlaub zuzuschreiben“, teilt die Tirol Werbung in einer Aussendung mit.

Besonders das Nächtigungsminus deutscher Touristen setzt sich auch in der laufenden Wintersaison fort. Zwar kamen um drei Prozent mehr Gäste aus dem Nachbarland, die deutschen Nächtigungen sanken aber um 4,2 Prozent.

Bereits im vergangenen Winter hatten Tirols Touristiker angesichts des Rückgangs der deutschen Urlaubernächtigungen Alarm geschlagen. Zumal Deutschland mit mehr als der Hälfte aller Nächtigungen immer noch der wichtigste Markt Tirols ist. LH Günther Platter hatte im Mai nach einem Einbruch von 4,7 % bei den Gästen aus Deutschland ein Konzept gefordert, um die Hauptmärkte Süddeutschland und Österreich verstärkt zu bewerben.

Laut Josef Margreiter, Chef der Tirol Werbung, sei der Appell rasch hinfällig gewesen. „Die Tiroler Touristiker konnten den Landeshauptmann überzeugen, dass sie bereits starke Vermarktung in Süddeutschland betreiben“, so Margreiter. Er führt den Nächtigungsrückgang auch auf den verspäteten Schneefall und einen Kalendereffekt um Weihnachten zurück. Wegen der späten Anreise vieler Gäste zu Weihnachten würden zahlreiche Nächtigungen in die Jänner-Statistik fallen. Zugelegt haben indes die Nächtigungen aus Österreich (+9,9 %), der Schweiz (+19,1 %) oder Russland (+7,4 %). Margreiter rechnet auch mit einem „positiven Jänner und einer positiven Wintersaison“. (mas)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Mi, 25.01.2012
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