26.01.2012
Innsbruck

dm will Versand von Medikamenten ausbauen

Der Versand rezeptfreier Medikamente über das Internet spaltet die Pharmazeuten tief.Foto: Shutterstock
Foto: REDAKTION

Innsbruck, Wien – Der dm-Drogeriemarkt und die Schweizer Versandapotheke Zur Rose haben nach einem Jahr ihrer Kooperation eine erfolgreiche Zwischenbilanz gezogen. Zur Rose, die seit vier Jahren mit ihrer Tochter VfG in Österreich präsent ist, konnte mit dm den Umsatz auf 5 Mio. Euro verdoppeln, die Zahl der Kunden verdreifachte sich auf 100.000.

„Der Bezugsweg Versand für in Österreich zugelassene, rezeptfreie Originalmedikamente entspricht einem Kundenbedürfnis“, sagt dm-Geschäftsführer Harald Bauer. Er will nun einen Schritt weiter gehen und in den Filialen Terminals aufstellen, über die Kunden direkt bei Zur Rose bestellen können. Die Medikamente seien über Internet bis zu 40 Prozent billiger, merkt Zur-Rose-Gründer Walter Oberhänsli an. Das Potenzial ist Österreich sei noch groß, der Markt für etwa 1000 rezeptfreie Arzneimittel war im Vorjahr 520 Mio. Euro schwer.

Der dm-Drogeriemarkt hält auch weiter an seinem Ziel fest, künftig rezeptfreie Medikamente in seinen österreichischen Filialen anzubieten, und hofft auf eine dementsprechende gesetzliche Liberalisierung.

Der mächtigen Apothekerkammer ist der Internetversand aber ein Dorn im Auge. Die Apotheker warnen vor gefälschten Mitteln per Online-Versand aus Osteuropa oder Fernost. Rezeptfreie Medikamente dürfen in Österreich versandt werden, verboten ist der Vertrieb rezeptpflichtiger Mittel. Laut dem Verein für Konsumenteninformation ist das Bestellen bei Zur Rose­ absolut sicher, die Schweizer unter­stützen sogar die Apothekerinitiative „Auf der sicheren­ Seite“. (APA, bea)

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 26.01.2012
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