Air Alps kämpft mit neuem Geschäftsführer um Fluglizenz
![]() Foto: airalps/archiv
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Von M. Strozzi und N. Werlberger
Innsbruck/Bozen/Wien - Ob die Tiroler-Südtiroler Fluglinie Air Alps wieder abheben wird, ist weiter offen. Gestern haben die Eigentümer mit der Austro Control und dem Verkehrsministerium in Wien Unterlagen ausgetauscht, wie etwa Businesspläne oder den Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit. Wien schickte Schriftstücke retour. „Wir prüfen die Papiere noch. Wenn alles okay ist, wird es eine Freigabe geben“, sagte Urs Peter Koller, Chef der Schweizer Beteiligungsfirma Remi. Ihr gehört die Air-Alps-Mutter Welcome Air mehrheitlich. Am Freitag, den 13. Jänner, hatte die Air Alps überraschend den Flugbetrieb eingestellt, der Bozner Flughafen ist seither ohne Linienverbindung. Koller sagte der TT, der erforderliche Notgeschäftsführer sei installiert worden. Laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA und der APA handelt es sich dabei um Oliver Ladurner, bis dato Pilot bei der Fluglinie.
Branchengerüchte, wonach die Luftfahrtgruppe bis zu 15 Mio. Euro Kapitalbedarf haben soll, wies Koller zurück. „Das ist etwa dreifach übertrieben“, erklärte er. Wie berichtet, wird ein Gesellschafterzuschuss diskutiert.
Der Südtiroler Josef Gostner, Geschäftsführer der FRI-EL Green Power Gruppe (grüne Energiesysteme), glaubt nicht an ein Happy End für die Air Alps und ist startklar einzuspringen. Eine eigene Fluggesellschaft, die Fri-El-Air, sei bereits gegründet, das Land Südtirol sei nicht beteiligt. „Ich rechne nicht damit, dass die Air Alps wieder abhebt“, sagte Gostner gegenüber der TT. „Wenn die Air Alps nicht mehr fliegt, dann fliegen wir mit unseren Maschinen die Linie Bozen – Rom“, so Gostner. Er würde später auch die Strecke Bozen – Wien anvisieren.
Wie berichtet, hatte Italiens Luftfahrtbehörde der Air Alps eine 15-Tages-Frist gestellt. Gostner: „Wir warten nur, bis das Ultimatum abläuft. Wir haben einen Hangar, wir haben Flieger, wir haben Know-how und Personal.“ Fliegen würde die Fri-El-Air mit einem 78-Sitzer vom Typ Dash 800 (plus einem Reserveflieger). Dieser sei schneller verfügbar als die Alternative, der 50-Sitzer ATR 42. Gostner gehe es darum, „den Bozner Flughafen zu erhalten“. (APA)
aktualisiert: Do, 26.01.2012 23:27



