28.01.2012
Kitzbühel

Bauern gehen in die Offensive

Heu- und Almmilchverein Kitzbüheler Alpen will näher zu den Kunden.
Gertraud Strele wird das größte Plakat aufhängen. Obmann Hermann Huber (l.) und Stefan Hörtnagl (r.) freuen sich darüber.Foto: Monitzer
Foto: Monitzer

Von Johanna Monitzer

Kitzbühel – Der Slogan „Heumilch – die reinste Milch“ wird in der Region nun öfter zu lesen sein. Die Bauern des Heu- und Almmilchvereins Kitzbüheler Alpen werden über 30 bis zu 10 Meter breite Plakate an ihren Höfen, Ställen und Almen aufhängen. „Die Zeiten, wo wir Heumilchbauern belächelt worden sind, sind vorbei. Wir wollen die anderen Milchbauern nicht schlechtmachen, müssen aber herausheben, was wir gut machen und das auch den Kunden näherbringen“, ist Obmann Hermann Huber überzeugt.

Rund 130 Bauern aus der Region liefern täglich ihre Heu- oder Almmilch an die Tirol Milch. Diese verarbeitet die Milch dann hauptsächlich zu Hartkäse oder zu Bio-Heumilch, die exklusiv bei einem österreichischen Discounter erhältlich ist. „Neben dem feinen Geschmack der Trinkmilch kann die Heumilch als einzige Milch ohne physikalische Einwirkungen zu Hartkäse verarbeitet werden“, erklärt Huber den großen Vorteil der naturnahen Milchwirtschaft.

Die Hartkäseproduktion aus Heumilch hat sich bei Tirol Milch bewährt. In Zukunft könnte es sogar einen in Kitzbühel gereiften Felsenkellerkäse geben. „Die Gespräche laufen. Ich möchte hier aber nicht vorgreifen“, informiert Stefan Lindner, Obmann der Tirol Milch.

Um die silofreie Milch in Szene zu setzen, holt der Obmann nun auch die alljährliche Heumilchgala nach Kitzbühel. Die Planungen für die zweitägige Veranstaltung im Kongresszentrum der Wirtschaftskammer sind bereits voll im Gange. Neben Prämierungen der besten Heuqualitäten wird es auch zahlreiche Fachvorträge geben. „Das Who is Who der Grundfutterexperten wird in Kitzbühel vertreten sein“, so Huber.

Die heimischen Bauern bekommen für ihre Heu- oder Almmilch aktuell einen Zuschlag von 3,52 Cent von der Tirol Milch. Der Zuschlag orientiert sich an den drei größten österreichischen Heumilchverarbeitern und wird zeitnah angepasst.

Die Nachfrage nach silofreier Milch steigt. „2011 ist der Absatz um 17 Prozent gestiegen und die Prognosen zeigen weiter aufwärts“, blickt Huber optimistisch in die Zukunft.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 28.01.2012
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