27.01.2012, 13:19  Aktualisiert: 27.01.2012, 13:26 
Südtirol

Galgenfrist für Air Alps verlängert

Bis 13. Februar muss das Unternehmen nun seine „finanzielle Leistungsfähigkeit in geeigneter Form“ nachweisen.
„Air Alps“, die sich mehrheitlich im Besitz der in Innsbruck ansässigen „Welcome Air“ befindet, hatte am 13. Jänner überraschend den Flugbetrieb eingestellt.
Foto: Böhm

Innsbruck - Rund um die Turbulenzen der österreichisch-südtiroler Regionalfluglinie „Air Alps“ und ihren Erhalt der Betriebsgenehmigung in Österreich hat die Oberste Zivilluftfahrtbehörde am Freitag die Frist verlängert. Mit 13. Februar 2012 wurde eine letztmalige Frist eingeräumt, teilte das Verkehrsministeriums in einer Stellungnahme nach der Überprüfung eingelangter Unterlagen mit. Bis dahin müsse das Unternehmen seine „finanzielle Leistungsfähigkeit in geeigneter Form“ nachweisen.

„Die Air Alps Aviation hat in der Zwischenzeit die für das Unternehmen und seinen Betrieb notwendigen Positionen - Geschäftsführer und verantwortlicher Betriebsleiter - wieder besetzt“, hieß es in der Aussendung. Offen bliebe bis dato der Nachweis der finanziellen Leistungsfähigkeit.

Neuer Geschäftsführer soll Weg aus der Krise finden

Erst Donnerstagabend hatte „Air Alps“ mit Oliver Ladurner den neuen, außerordentlichen Geschäftsführer ernannt. Ladurner, Pilot bei der Fluglinie, soll von nun an die Geschicke leiten und die Regionalfluglinie aus der Krise führen. Er habe nach den Turbulenzen in den vergangenen Wochen bereits kurzfristig Aufgaben im Management übernommen.

Eine Pleite der „Air Alps“ war ausgeschlossen worden. „Ein Konkurs ist im Moment kein Thema“, hatte Urs Peter Koller, Chef der Schweizer Investorenholding Remi Finanz- und Verwaltungs AG als Mehrheitseigentümer, am Donnerstag gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ gesagt. Geld sei in der Kasse, zudem werde ein Gesellschafterzuschuss diskutiert, fügte der Unternehmer hinzu.

„Air Alps“, die sich mehrheitlich im Besitz der in Innsbruck ansässigen „Welcome Air“ befindet, hatte am 13. Jänner überraschend den Flugbetrieb eingestellt. Die Maschinen der kleinen Fluglinie wurden nach Innsbruck beordert. „Air Alps“ gilt bereits als „gegroundet“. Sie fliegt nicht, weil sie bestimmte formale Voraussetzungen nicht erfüllt, die an den gewerblichen Transport von Personen oder Gütern geknüpft sind - darunter bis dato auch eine intakte Geschäftsführung.

Drei Interessenten für Konzession

Kürzlich hatte die italienische Luftfahrtbehörde der Regionalfluglinie eine 15-Tages-Frist gestellt, um den Linienbetrieb zwischen Bozen und Rom wieder aufzunehmen. Geschehe das bis dahin nicht, könne die Südtiroler Landesregierung Anfang Februar die Konzession und die Slots an andere Fluglinien weitergeben. Für die Konzession der „Air Alps“ gab es zuletzt drei Interessenten, einen lokalen, einen deutschen und einen aus der Schweiz.

Die „Welcome Air“ hatte die Südtiroler Regionalfluglinie im Dezember 2009 zu 76 Prozent übernommen. Die restlichen 24 Prozent blieben damals in Händen Südtiroler Unternehmer, der Region Trentino-Südtirol und der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA). (APA)

Tiroler Tageszeitung, Onlineausgabe vom Fr, 27.01.2012  13:19
aktualisiert: Fr, 27.01.2012  13:26
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