31.01.2012
Kitzbühel

Neue Herausforderung für Kammer

Bildung, Tourismus und Verkehr sind die Schwerpunkte der Wirtschaftskammer Kitzbühel in diesem Jahr.

Von Verena Hofer

Kitzbühel Positiv hat sich die Wirtschaft im Bezirk Kitzbühel entwickelt. „Im vergangenen Jahr gab es 267 Neugründungen“, erklärt Klaus Lackner, Wirtschaftskammerobmann des Bezirks Kitzbühel, und ergänzt, dass mit diesem Wert der Bezirk tirolweit an erster Stelle steht.

Im heurigen Jahr setzt sich der Obmann drei große Arbeitsschwerpunkte. Einerseits das Thema Bildung, andererseits den Tourismus und zum Dritten noch die Verkehrsproblematik. Im Februar startet der erste Lehrgang des Projekts Lehre und Matura im Bezirk, bei dem Jugendliche die Berufsreifeprüfung neben der Lehrausbildung absolvieren können.

Des Weiteren ist geplant, dass ab Herbst der Universitätslehrgang Business Administration im Kongresszentrum beginnt, vorausgesetzt, es gibt genug Anmeldungen aus dem Bezirk. In einem berufsbegleitenden sechssemestrigen Lehrgang stehen Betriebswirtschaft- und Volkswirtschaftslehre sowie auch Marketing, Finanzierung und Controlling auf dem Stundenplan. Ziel ist es, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit geben, sich fortzubilden“, erklärt Lackner das Modell des Bachelorlehrgangs. Weiterhin unterstützt die Wirtschaftskammer auch das Bemühen, dass eine HTL im Bezirk errichtet wird.

Im Tourismus ist die größte Schwierigkeit der Preisdruck. Rund 1000 neue Betten sind im Bezirk in den nächsten Jahren geplant. „Gerade Großhotels drehen dabei an der Preisschraube und setzen damit viele Familienbetriebe unter Druck“, erklärt Lackner die Problematik.

Ein Ansatz wäre dabei die Änderung der Raumordnung, die jedoch vom Land Tirol ausgehen muss. Unterstützung bekommt der Wirtschaftskammerobmann in dieser Forderung von Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer und ergänzt, dass Diskussionen mit Raumordnungsfachleuten seitens der Wirtschaftskammer aufgenommen werden. Positiv zu vermerken ist, dass die Nächtigungszahlen im Bezirk konstant geblieben sind.

Eine Verbesserung wird im Verkehrssystem gefordert. „Immer wieder wird Kitzbühel hintangereiht und die Problematik von den Politikern des Landes nicht erkannt“, erklärt Lackner und fordert, dass endlich im Verkehrsknotenpunkt Kitzbühel gehandelt wird. Seit 15 Jahren gibt es Diskussionen und Pläne, die aber immer wieder in der Schublade verschwinden. 60 Millionen Euro wurden für die Untertunnelung der Straße Richtung Hahnenkamm kolportiert, wobei Lackner nicht versteht, warum 15 Millionen in den Bau der Loferer Straße fließen, wo selbst die Bewohner skeptisch zu dem Projekt stehen.

Den Bezirk sieht Lackner gerüstet, wobei auch Probleme bewältigt werden müssen – so der Lehr- und Fachkräftemangel. Durchschnittlich kamen 117 offene Lehrstellen im vergangenen Jahr auf 13 Lehrlinge. Aufgrund von geburtenschwachen Jahrgängen wird es weiterhin wichtig sein, die Lehrberuf attraktiv zu machen.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Di, 31.01.2012
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