Zauberteppich für Golfer, Skifahrer und Schneemassen
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Das Tiroler Unternehmen Sunkid entwickelt Transportbänder für Golfplätze und Hausdächer. Foto: Sunkid
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Von Beate Troger
Imst – Das Oberländer Unternehmen Sunkid befördert auf seinen Ski-Förderbändern nicht nur Menschen, sondern auch Schneemassen. „Der Schnee kann damit wesentlich schneller und kostengünstiger von Dächern abgeräumt werden“, erklärt Sunkid-Geschäftsführer Emanuel Wohlfahrter im TT-Gespräch. Mit einem 15-Kilowatt-Antrieb transportiert das Band pro Stunde bis zu 500 Kubikmeter Schnee. „Bei der oberösterreichischen Firma PPI Plastic Products haben wir so ein Band bereits im Einsatz“, berichtet Wohlfahrter. „Das Schaufeln am Dach wurde auch sicherer, da der Schnee nicht mehr zum Dachrand, sondern in die Mitte geschoben wird“, erklärt der Sunkid-Boss. Je nach Länge des Bandes könnten sich die Investitionskosten bereits nach dem zweiten oder dritten Einsatz amortisieren, rechnet er vor.
Mit den selbst entwickelten Förderbändern führen die Tiroler mit einem Marktanteil von 70 Prozent den Weltmarkt an. In Österreich stammen sogar 90 Prozent aller Ski-Transportbänder aus dem Hause Sunkid, wo das System im Jahre 1996 erfunden wurde.
„Die Internationalisierung ist ein großes Thema“, sagt Wohlfahrter. Die Hauptmärkte seien neben Österreich vor allem die USA, Italien und Frankreich. „Derzeit ist aber auch die Nachfrage aus Schwellenländern wie Lettland, Rumänien oder der Türkei sehr groß“, berichtet der Geschäftsführer, „in diesen Ländern wird gerade viel Geld in die Modernisierung der Skigebiete investiert.“ Sunkid ist in 50 Ländern der Welt tätig, der Exportanteil liegt bei 80 Prozent. Mit 80 Mitarbeitern wurde zuletzt ein Umsatz von 15 Mio. Euro erwirtschaftet.
Wie Wohlfahrter erklärt, erfreuen sich die „Zauberteppich“ genannten Bänder mehr und mehr auch abseits der Skipisten großer Beliebtheit. „Wir versuchen, das Ganzjahresgeschäft weiter zu forcieren“, sagt er. So finden sich Sunkid-Förderbänder bereits in Freizeitparks, Hotels, Schwimmbädern oder sogar auf Golfplätzen. Zudem entwickelt Sunkid ständig neue Antriebsformen: Mithilfe von Photovoltaikmodulen auf der Überdachung werden die Transportbänder energieautark betrieben, Sportliche können die Bänder am Fahrradantrieb auch mit Muskelkraft in Bewegung bringen.




