Leiharbeit boomt: Plus 11 % in Tirol
![]() Foto: APA (Archiv/Pfarrhofer)/HERBERT
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Zeitarbeit boomt
Wien, Innsbruck – Unternehmen greifen immer stärker auf Zeitarbeiter zurück. Die Leiharbeit hat sich seit 2002 mehr als verdoppelt und der Boom lässt nicht nach. Mit 74.783 Zeitarbeitern beim Stichtag 31. Juli 2011 waren um 13,2 % mehr Arbeitnehmer als Zeitarbeiter beschäftigt als im Jahr davor, rechnete die Wirtschaftskammer Österreich vor – ein neuer Rekord. Im Bundesländervergleich gab es die meisten Leiharbeiter in Oberösterreich (21.667), Tirol verzeichnete mit Stichtag Ende Juli ein Plus von fast 11 % auf 1971 Leiharbeiter. Rund 2,3 % der Beschäftigten in Österreich sind Zeitarbeiter, also bei einem Unternehmen beschäftigt, das sie einem anderen Unternehmen überlässt.
Arbeitnehmerorganisationen befürchten Lohn- und Sozialdumping als Folge des steigenden Zahl an Zeitarbeitern. Auch fordern sie eine Höchstfrist für die Zeit der Überlassung oder eine maximale Zeitarbeiter-Quote in einer Firma. Gerhard Flenreiss, Bundesobmann der Personaldienstleister, kritisiert diese Ansinnen: Es mache keinen Unterschied, ob der Arbeitnehmer nach 6 oder 36 Monaten in die Stammbelegschaft übernommen wird. Zudem gehe es nicht um „billigere Arbeit“, sondern um „Flexibilität“. Ein Drittel der Leiharbeiter arbeitet in der Industrie, ein weiteres Drittel im Gewerbe und das dritte Drittel in anderen Bereichen wie Gesundheitswesen, Handel oder bei Banken. 80 % der Leiharbeiter sind Männer. Der Trend zur Leiharbeit werde weitergehen, glaubt Flenreiss. Übernahmen von Zeitarbeitern in die Stammbelegschaft würden eher gering sein.
Eine EU-Zeitarbeitsrichtlinie, die Leiharbeiter besserstellen soll, hat Österreich noch nicht übernommen: Dabei geht es etwa um Zugang zu Bildungsangeboten, Boni oder dem internen Stellenmarkt. Laut Sozialministerium soll ein Gesetzesentwurf in die Begutachtung gehen. (TT, APA)




