Stromgrenze am Brenner vor Aus, Ruf nach Ehe mit Tiwag
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Seit 50 Jahren gibt es zwischen Tirol und Südtirol keine einzige Stromleitung mehr. Fotos: Böhm, Shutterstock, Montage: Art Direction Moser Holding
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Von Alois Vahrner
Innsbruck, Bozen – Seit einem halben Jahrhundert gibt es zwischen Tirol und Südtirol keine einzige Stromverbindung, weder am Brenner noch über den Reschen noch zwischen Süd- und Osttirol. Daran änderte auch Österreichs EU-Beitritt 1995 und der spätere Wegfall der Passkontrollen mit dem Schengen-Abkommen nichts.
Eine Euregio ohne jede Stromverbindung, das soll jetzt jedoch bald der Vergangenheit angehören. Die Terna, Italiens staatliche Betreibergesellschaft für alle Hochspannungsleitungen, hat bei Verhandlungen einer hochrangigen Südtiroler Delegation in Rom grünes Licht für einen möglichst raschen Zusammenschluss der Brenner-Stromleitung gegeben, bestätigt LH Luis Durnwalder gegenüber der TT. Nach dieser lange erhofften Botschaft werde in den nächsten Wochen intensiv weiterverhandelt, etwa über die Kostenaufteilung zwischen Terna und Südtirol. Durnwalder geht davon aus, dass das Millionenprojekt inklusive Verstärkung der Leitung bis nach Brixen (derzeit im Süden nur 25 kV gegenüber 110 KV im Norden) noch heuer fertig ausgearbeitet wird und dann umgesetzt wird.
„Der gordische Knoten scheint durchschlagen, ein langer Hindernislauf geht zu Ende“, freut sich Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer. Die Tiwag stehe seit Jahren „handreichbereit“ am Brenner. Mit der Verbindung, die wohl frühestens 2013 fertig sein wird, werde die Versorgungssicherheit auf beiden Seiten des Brenners steigen.
Geht es nach dem Südtiroler Landeshauptmann, dann ist der Strom-Lückenschluss nur der Aufgalopp für eine noch viel intensivere Energie-Zusammenarbeit von Tirol und Südtirol. Durnwalder kann sich eine wechselseitige Beteiligung von Tiwag und der Südtiroler Energie-Landesgesellschaft SEL gut vorstellen. Durnwalder nennt in diesem Zusammenhang etwa die Hydros, an der die SEL derzeit 60 Prozent und Edison 40 Prozent halten. Diese 40 Prozent will die SEL übernehmen, für Durnwalder wäre dieses Paket für wechselseitige Beteiligungen mit der Tiwag, aber auch mit Südtiroler Stadtwerken geeignet. An der Hydro Power hält die SEL ebenfalls 60 Prozent, die restlichen 40 Prozent gehören der Enel.




