Volksbank Tirol droht mit Austritt
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Bei den Volksbanken wird über die Hilfe an Wien heftig diskutiert.Foto: APA
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Innsbruck – Zur Rettung des angeschlagenen Volksbanken-Spitzeninstituts ÖVAG soll nach den Plänen von Bund und Finanzmarktaufsicht der gesamte Sektor eng zusammengespannt werden. Dabei müsste, wie berichtet, auch jeder für jeden haften, die Volksbanken würden voll konsolidiert und der ÖVAG würden umfassende Durchgriffsrechte eingeräumt.
Im Gegensatz zu den Volksbanken Landeck, Kufstein und Osttirol übte der Vorstand der Volksbank Tirol, die gleich 83 ihrer 145 Mio. Euro Kernkapital zur ÖVAG nach Wien hineinkonsolidieren müsste, Kritik. Er stehe voll hinter der Meinung seines Vorstands, betonte Aufsichtsratschef Robert Oelinger zur TT. Die von Wien gewünschte Aufsichtsratsitzung und Generalversammlung müsse warten. „Wir haben noch nicht einmal eine Bilanz der ÖVAG und lassen uns sicher nicht drängen. Wir sind keine Mitläufer.“ Die Volksbank Tirol wäre bei dem Modell auf Kosten der 3500 Genossenschafter der größte Zahler aller 60 Volksbanken.
Wenn sich nichts Wesentliches ändert, ist ein Austritt aus dem Sektor für uns denkbar und möglich“, sagt Oelinger. Dann würde man auch andere Möglichkeiten einer Zusammenarbeit ausloten, etwa mit Hypo, Raiffeisen oder BTV. Dass Wien Druck bis zu einer möglichen Abberufung der Vorstände macht, kommentiert Oelinger so: Der Vorstand arbeite ausgezeichnet, das sei ein Schuss vor den Bug.
Bei der Volksbank Kufstein ist geplant, dass der Aufsichtsrat die Verbundlösung am 14. Februar beschließt – allerdings vorbehaltlich der Zustimmung der Generalversammlung. Und die hatte Fusionsplänen der Chefetage schon einmal beim Zusammenschluss der Volksbanken Kufstein und Schwaz Mitte der 90er-Jahre eine Abfuhr erteilt. Angst, dass sich so etwas wiederholen könnte, hat Aufsichtsratsobmann Max Ellinger nicht. Und was ist bei einem Nein? „Dann sind wir nicht mehr Mitglied des Volksbanken-Sektors. Und das wäre fatal!“ Ellinger räumt ein, dass die vorliegende Lösung „weitergehende Eingriffsrechte“ als bisher vorsehe. Aber das sei grundsätzlich nichts Schlechtes, außerdem bleibe die Selbstständigkeit des Unternehmens gewahrt.
Bei der Volksbank Landeck tagt am Mittwoch der Aufsichtsrat, die Generalversammlung dann Mitte März. AR-Chef Walter Gaim meint: „Wir werden uns gegenseitig helfen müssen.“ Ein Durchgriffsrecht auf jene, die nicht funktionieren, sei richtig. Ein Ausstieg sei zur Diskussion gestanden, man brauche aber wegen der hohen Tourismusfinanzierung 250 bis 300 Mio. € an Liquidität. Leo Gomig, AR-Vorsitzender Volksbank Osttirol, ist „wenig erfreut, dass wir jetzt der ÖVAG helfen müssen. Ob man mit einem Hurra reingeht, ist aber eine andere Sache.“ (va, mz, mas)




