Eurotours plant eigene Buchungsplattform
Kitzbühel – Der Kitzbüheler Tourismuskonzern Eurotours plant, mit 300 Beschäftigten mit einer eigenen Online-Reiseplattform vor allem in den Ländern Mittel- und Osteuropas (CEE) zu wachsen. „Wir wollen in den Ostmärkten, besonders Polen und Russland, mit unserer eigenen Plattform zu unseren Kunden gehen“, schildert Firmenchef Hans-Dieter Toth. „Die Märkte in Osteuropa haben enormes Potenzial. Wir erwarten uns für die nächsten fünf Jahre dort einen Zuwachs auf 100.000 Kunden“, so Toth. Der Aufbau der Plattform soll einige hunderttausend Euro kosten. Noch heuer im Herbst bzw. Frühwinter soll die Plattform starten, auf der Gäste aus Osteuropa Urlaubspakete buchen können. „Wir werden uns in weiterer Folge auch überlegen, wie weit man so etwas auch in Holland und Deutschland machen kann“, sagt Toth.
Im vergangenen Jahr hat Eurotours die Zahl der betreuten Urlauber von 1,22 auf 1,23 Millionen leicht gesteigert. 752.000 Gäste kamen nach Österreich, dadurch seien 3,2 Mio. Nächtigungen ausgelöst worden. Der Umsatz blieb konstant bei 233,3 Mio. Euro. Das klassische Incoming-Geschäft hat laut Toth stärker unter der gebremsten Gesamtwirtschaft gelitten als das Veranstaltergeschäft (+2,7 %). Für das laufende Jahr erwartet Toth ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich, für den Sommer registriert Eurotours bereits ein Passagier-Plus von 10 %.
Die immer wieder aufkeimenden Vorwürfe, Eurotours würde Preisdumping zu Lasten der Hoteliers betreiben, weist Toth von sich. „Jeder Unternehmer ist für sich selbst verantwortlich. Durch das gläserne Internet kommt es aber zu einem ruinösen Wettbewerb, Online-Plattformen machen einen gewaltigen Druck“, so Toth: „Ich finde aber die Provisionen der Online-Plattformen von 15 % viel zu hoch. Die sollten zwischen 5 und maximal 10 % liegen.“ Zuwächse im Tourismus würden künftig aber über das Online-Geschäft kommen. Toth: „Die klassischen Reiseveranstalter im Ausland stagnieren oder sind rückläufig.“ (mas)






