Tiroler gewinnt Klage gegen die Meinl Bank
Von Beate Troger
Innsbruck, Linz – Exakt 33.688,69 Euro hat ein Tiroler Anleger im April 2007 in Zertifikate von Meinl European Land (MEL) inklusive Spesen investiert. Er wollte die hohen, versprochenen Renditen nützen, um für den Hausbau anzusparen. Als nur kurz später die Immobiliengesellschaft in heftige Turbulenzen geraten war, schien der Traum vom Eigenheim geplatzt, das Geld verloren.
Die MEL-Papiere seien von der Meinl Bank als besonders sichere Anlageform beworben und an den Oberländer verkauft worden, erklärt dessen Anwalt Michael Poduschka der TT. Über das Risiko eines Totalverlustes sei der Anleger nie aufgeklärt worden.
Meinl European ist im Herbst 2007 in eine schwere Krise gerutscht, als bekannt wurde, dass mit den Einnahmen aus einer Kapitalerhöhung im Frühjahr 2007 hauptsächlich eigene Wertpapiere zurückgekauft worden waren – ohne die Anleger zu informieren. Das ist zwar nach österreichischem Recht verboten – nicht aber für die MEL, die zwar an der Wiener Börse notierte, ihren Sitz aber auf der Kanalinsel Jersey hat.
Der Tiroler zog vor Gericht und bekam nun Recht. „Sämtlichen Ausreden der Meinl Bank hat der Erstrichter am Handelsgericht Wien eine klare Absage erteilt“, sagt Poduschka. Der Kläger bekommt die 33.688,69 Euro inklusive Zinsen zurück und muss die Zertifikate zurückgeben. Zu einem Kurs von 21,20 Euro 2007 gekauft, ist ein Zertifikat heute nur noch 3,65 Euro wert. Hunderte Anleger zogen in der Causa MEL vor Gericht. Die Meinl Bank, die laut Poduschka mit MEL rund 600 Mio. Euro Gewinn lukriert hat, kündigte an, die Anleger mit 60 Mio. Euro zu entschädigen.







