Hypo verhandelt heute wieder mit EU
Innsbruck – Die Vorstände der Landes-Hypo rechnen bis Mitte Juni damit, dass die Europäische Kommission die Kapitalspritze des Landesenergieversorgers Tiwag in Höhe von 230 Millionen Euro für die Bank genehmigt. Das erklärten Aufsichtsratsvorsitzender Wilfried Stauder und Hypo-Vorstandschef Markus Jochum in der gestrigen Sitzung des Finanzkontrollausschusses des Landtags. Für heute ist wieder eine Telefonkonferenz mit Brüssel geplant. Auflagen wie eine Stärkung des Eigenkapitals durch eine Bilanzreduktion sowie höhere Dividende ans Land werden als Voraussetzung für die Zustimmung der EU erwartet.
Bis 2015 möchte die Hypo ihren Wertpapierbestand von derzeit 2,8 Milliarden auf 1,7 Milliarden Euro reduzieren. In den vergangenen Jahren erfolgte bereits eine Reduktion um beinahe die Hälfte. Das Bilanzminus von 107 Mio. Euro im Vorjahr sowie die Wertberichtigungen von 125 Mio. Euro im Italien-Geschäft standen einmal mehr im Mittelpunkt der Sitzung. Allein 380 Millionen Euro an Krediten wurden im Italien-Geschäft über Kreditvermittler getätigt. Gegen drei ehemalige Manager der Hypo Italien wird zivilrechtlich vorgegangen.
Jochum stellte nochmals klar, dass der vom Eigentümer und Aufsichtsrat Mitte 2008 vorgegebene Strategiewechsel die Bank vor noch größeren Verlusten geschützt habe und heute die Grundlage sei, die Bank wieder in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Für Stauder wurde das enorme Wachstum mit hohen Risiken eingekauft. Die Kreditvergabe bzw. Kreditprüfung habe nicht den gesetzlichen bzw. hausinternen Vorgaben entsprochen. Den Schlussbericht zu Italien hat die Hypo der Staatsanwaltschaft und der Finanzmarktaufsicht übergeben. (pn)







