Spediteur aus Tirol ausgeliefert
Kufstein – Ein angeblich in einen europaweiten Groß-Umsatzsteuerbetrug verwickelter Niederländer ist von Tirol nach Deutschland ausgeliefert worden. Die Auslieferung erfolgte wenige Wochen nachdem Mitte Juni in halb Europa eine Großrazzia gegen Steuerbetrüger durchgeführt worden war. Der seit mindestens fünf Jahren als Speditionsunternehmer im Bezirk Kufstein tätige Mann wurde dabei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Augsburg (Bayern) in Tirol festgenommen, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck, Hansjörg Mayr, einen Bericht der SN. Mayr bestätigte zudem, dass gegen den Niederländer in Tirol in einem anderen Fall Ende Juli Anklage wegen Steuerhinterziehung in der Höhe von 2,7 Mio. Euro erhoben wurde. Die Anklagebehörde werfe dem Mann die „gewerbsmäßige Hinterziehung von Einfuhrumsatzsteuer“ vor, erklärte Mayr. Die Behörden würden von einem 120-Mio.-Euro-Schaden ausgehen, der durch Scheingeschäfte und Steuertricks mit Elektronikware wie Bildschirmen, Spielkonsolen und Computerspielen angerichtet worden sei. Unter den bisher 30 Verhafteten seien auch zwei Österreicher.
Der Spediteur soll in Dutzenden Fällen von außerhalb der EU Speicherchips für Computer importiert haben. Dabei sei die Einfuhrumsatzsteuer erst im EU-Zielland fällig. Offiziell hätte die Ware von der Tiroler Spedition nach Luxemburg geliefert werden sollen. Tatsächlich sei sie „schwarz“ in Italien gelandet. (APA)



