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Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 12.12.2012

Weihnachten mit Glanz aus Tirol

Viele heimische Unternehmen haben sich auf Produkte für die Weihnachtszeit spezialisiert und sind damit überaus erfolgreich. So haben unter anderem zwei Weltmarktführer in diesem Sektor ihren Sitz in Tirol.

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Von Stefan Eckerieder

Innsbruck – Am Nelson Mandela Square in Johannesburg steht ein 15 Meter hoher Affenbrotbaum. Diese Tatsache ist an sich nichts Besonderes, wäre der Baum nicht eine weihnachtliche Lichtinstallation des europäischen Marktführers für festliche Beleuchtung MK Illumination mit Hauptsitz in Innsbruck. Im südafrikanischen Durban befindet sich eine der weltweit 23 Niederlassungen des Tiroler Unternehmens. „Bei der Weihnachtsdekoration müssen immer die Traditionen des jeweiligen Landes miteinfließen, damit sich die Menschen wohlfühlen. Darum ist es wichtig, Mitarbeiter, die die Kultur kennen, vor Ort zu haben“, sagt Klaus Mark, Gründer und CEO von MK Illumination. Die Philosophie des Unternehmers findet weltweit großen Anklang. So sorgt Mark unter anderem in Schanghai, Stockholm, Brüssel und Montreal für Weihnachtsstimmung. Im italienischen Salerno konnte mit Hilfe der Tiroler Beleuchtung sogar der Wintertourismus von 300.000 auf drei Millionen Besucher verzehnfacht werden.

Auch der ökologische Aspekt überzeugt die Kunden von MK Illumination. „Wir verwenden hauptsächlich Recyclingmaterial, und das Licht wird ausschließlich von LED-Lampen erzeugt. Damit sinkt der Stromverbrauch für die Weihnachtsbeleuchtung um bis zu 90 Prozent“, weiß Mark. Das war auch einer der ausschlaggebenden Gründe für den Oberbürgermeister Hannovers, Stephan Weil, das weltweit größte zusammenhängende Lichtsystem der Welt beim Tiroler Unternehmen in Auftrag zu geben. Das Einschalten der 1,4 Mio. Euro teuren Weihnachtsdekoration wurde vor zwei Wochen von 20.000 begeisterten Zuschauern gefeiert. Der Erfolg spiegelt sich auch in den Unternehmenszahlen wider. In den vorangegangenen zehn Jahren hat sich der Umsatz mit über 50 Mio. Euro im heurigen Jahr mehr als verzehnfacht.

„In Krisenzeiten bleiben die Menschen zu Weihnachten zuhause, das kommt uns zugute. Außerdem erzeugen wir ein beinahe konkurrenzloses Nischenprodukt. Mit dem heurigen Umsatz von rund zwei Millionen Euro können wir sehr zufrieden sein,“ sagt Erwin Ortner, Gesellschafter des Angelo-Leonischen Werks in Stans. Dort dreht sich alles um weihnachtliche Deko für die eigenen vier Wände. Das kleine Unternehmen ist Österreichs einziger Hersteller von Lametta und Engelshaar. Neben den klassischen Farben Gold und Silber produziert das Leonische Werk heuer „die Modefarben der Weihnacht 2012: helle Brauntöne und kühles Blau“, sagt Ortner.

Dafür, dass es zu Weihnachten nicht an Winterspaß mangelt, sorgt das Reuttener Unternehmen AST. Wenn irgendwo auf der Welt eine Eisfläche benötigt wird, dann hat meist die Außerferner Firma die Finger im Spiel. Unter anderem zeichnet das Unternehmen für die Curlingbahn bei den YOG in Innsbruck sowie für die Eislaufbewerbe der Asienspiele in Kasachstan und die Eisfläche bei der Eishockey-WM 2010 in Deutschland verantwortlich. Im Moskauer Gorki-Park baute AST mit 18.000 Quadratmetern die größte mobile Eislaufbahn der Welt. Laut AST wird der heurige Umsatz etwa 15 Mio. Euro betragen.

Für ein kulinarisch gelungenes Weihnachtsfest sorgen die Haller Unternehmen Gaber und Hörtnagl. In der Bäckerei Gaber laufen Weihnachtskekse vom Fließband. „In den letzten Jahren haben wir viel Konkurrenz aus Osteuropa dazubekommen, aber mit unserer Qualität können sie nicht mithalten“, betont Siegfried Gaber.

Was wäre die traditionelle Nudelsuppe zu Weihnachten ohne ein Würstel? „Zu Weihnachten sind es aber die Filetstücke für das Fondue, die besonders nachgefragt werden“, schildert Hans Plattner, geschäftsführender Gesellschafter von Hörtnagl. Für den Heiligen Abend hat der Tiroler Fleisch- und Wurstspezialist bereits über 3000 Vorbestellungen.

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