09.02.2013
Arbeitsmarkt Tirol

Arbeitsmigranten: neuer Rekord in Tirol, Deutsche klare Nummer eins

Mit 53.500 arbeiteten im Vorjahr so viele Ausländer wie noch nie in Tirol. Mit der Rot-Weiß-Rot-Card kamen 112 Topkräfte ins Land.
Im Tiroler Tourismus arbeiten mehr als 4500 deutsche Gastarbeiter, aber auch viele in Industrie, Handel und Gesundheitswesen. Foto: Pantherstock, Montage: TT
Foto: Zick, Jochen / Keystone
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Von Alois Vahrner

Innsbruck – Die Zahl der Arbeitsplätze ist 2012 in Tirol auf einen neuen Höchststand gestiegen. 305.885 Beschäftigte im Jahresschnitt bedeuteten um fast 4800 oder 1,6 % mehr als ein Jahr davor. Das Plus lag laut dem Tiroler AMS-Chef Anton Kern über dem Österreich-Durchschnitt, zwei Drittel des Zuwachses entfielen auf Teilzeitjobs.

Die Zahl der beschäftigten Inländer erhöhte sich um 1538 oder 0,6 % auf 252.410, jene der ausländischen Gastarbeiter deutlich kräftiger um 3255 oder 6,5 % auf 53.475. Mehr als jeder sechste Beschäftigte in Tirol kommt also bereits aus dem Ausland.

Nach Herkunftsnationen liegen die Deutschen auf dem Tiroler Arbeitsmarkt klar in Front. Im Jahresschnitt hatten 15.719 Deutsche (im Spitzenmonat Februar sogar über 18.000) einen Arbeitsplatz in Tirol, noch einmal ein Plus um 173. Auf dem zweiten Platz liegen Gastarbeiter aus der Türkei (leichtes Plus auf 7857), gefolgt von Arbeitskräften aus dem früheren Jugoslawien (leichter Rückgang auf 6909). Dahinter folgen die Ungarn (plus 1300 auf 3693), die Italiener (plus 230 auf 2649) sowie die Slowaken (plus 420 auf 1566). Beschäftigte aus sehr vielen Nationen haben in Tirol angeheuert, darunter auch 157 aus Thailand und 144 Chinesen.

Nach Branchen beschäftigt der Tiroler Tourismus laut Kern mit fast 15.700 am meisten Gastarbeiter, gefolgt von der Industrie/produzierendes Gewerbe mit 7500 und dem Handel mit 6150.

Noch eher überschaubar ist der Zustrom von Top- und Schlüsselkräften über die Rot-Weiß-Rot-Card. Österreichweit wurden damit bisher 2667 dringend benötigte Mitarbeiter und Spezialisten ins Land geholt, in Tirol waren es bisher gerade einmal 112. Kriterien beim Punktesystem sind Ausbildung, Sprachkenntnisse und das Alter (ab 40 gibt es dafür keine Punkte mehr). Mit der Rot-Weiß-Rot-Card wurden vor allem Techniker, Wissenschafter, Ärzte, Sportler, Marketingkräfte, Manager und IT-Spezialisten nach Tirol gelockt.

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Sa, 09.02.2013
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