05.08.2010
Innsbruck Land

Zwischenlager für Schotter zieht Anrainerin den Nerv

Seit gut zwei Monaten muss eine Zirlerin mit einer Zwischendeponie für Gleisschotter vor ihrer Haustüre leben. Sie klagt über Staub und Lärm.

Von Nikolaus Paumgartten

Zirl – Lediglich eine kleine Straße trennt Gudrun Mohrherrs Grundstück von der ÖBB-Trasse am Zirler Bahnhof. Über die Jahre hat sie gelernt, mit dem Bahnlärm zu leben. Doch seit rund zwei Monaten muss sich Mohrherr mit einer weiteren Lärmquelle auseinandersetzen. Denn die Bundesbahnen haben direkt vor ihrem Garten eine Zwischendeponie für Gleisschotter eröffnet.

In der ersten Zeit wurde mit viel Gekrache und Getöse der Schotter von den Zügen auf das Grundstück gebaggert. „Und zwar auch in der Nacht“, so die erboste Anrainerin. Auf Nachfrage bei den ÖBB habe sie damals die Antwort erhalten, dass es damit schon sehr bald vorbei sei.

Tatsächlich geht das Verladen nun aber in eine neue Runde. Vorige Woche, so Mohrherr, wurde der Schotter den ganzen Tag über bis kurz vor 23 Uhr von der Deponie auf Lkw verladen. Und auch die vergangenen Tage schaufelte der mit laufendem Motor wartende Bagger den Schotter mit ohrenbetäubendem Lärm auf die Ladefläche. An einen geruhsamen und entspannenden Sommernachmittag im Garten sei jedenfalls derzeit nicht zu denken, so Gudrun Mohrherr. Für Ärger sorgt außerdem der beim Verladen entstehende Staub, der sich über ihr Grundstück legt.

Von den ÖBB habe sie nichts mehr über die weitere Dauer der Arbeiten gehört. Und auch die Gemeinde habe ihr keine nähere Auskunft darüber geben können. Es ist vor allem die Ungewissheit und die mangelnde Kommunikation der ÖBB, die Mohrherr auf die Palme bringt. Sie fürchtet nämlich, dass sie und ihre Nachbarn noch länger mit dem Lärm und dem Schotterhaufen vor der Haustüre leben müssen.

Zumindest diese Sorge kann ihr ÖBB-Sprecher Rene Zumtobel nehmen. „Die Arbeiten am Gleis zwischen Zirl und Inzing dauern noch bis Sonntag“, erklärt er. Der Schotter werde aktuell für diese Arbeiten verwendet. „Wenn die Baumaßnahmen abgeschlossen sind, wird auch der Schotterberg verschwinden. Das wird voraussichtlich bis Dienstag passieren“, verspricht Zumtobel. Dass auf der Baustelle auch nachts gearbeitet wird, lasse sich leider nicht anders organisieren.

Zumtobel räumt aber ein, dass die Informationspolitik in diesem Fall besser hätte sein können: „Es tut uns leid, dass wir hier nicht im Vorfeld die Anrainer umfassend informiert haben.“

Tiroler Tageszeitung, Printausgabe vom Do, 05.08.2010
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